men, die als 4. Band der„ Raabser Märchen- Reihe" im Verlag des Österreichi-schen Museums für Volkskunde erschienen ist( Wien 1980, 207 Seiten, 4 Abb.,S 160,-). Die Festschrift bringt die Würdigung Karlingers durch seinen Salz-burger Romanistik- Kollegen Dieter Messner, ferner die ausführliche Biblio-graphie der Arbeiten von Felix Karlinger, zusammengestellt von ErentrudisLaserer. Daran schließen sich die Beiträge von Iso Baumer, Alberto M. Cirese,Enrica Delitala, Alexandru Dutu, Gertrud Greciano, Leopold Kretzenbacher,Gabriel Llompart, Max Lüthi, Walter Puchner, Claus Riessner, HellmutRosenfeld, Arnaldo Saraiva, Catalina Velculescu und Reinhold Werner an.Obwohl ein beachtlicher Teil der Beiträge aus romanischen Sprachgebietenstammt, sind alle Arbeiten ins Deutsche übersetzt, um auf diese Weise einheitlichder weiteren, von Felix Karlinger inaugurierten Forschung zur Verfügung zustehen.
Leopold Schmidt
Norbert Mantl+
Am 3. Februar 1980 ist in Mötz in Tirol im 88. Lebensjahr der am 1. März 1892geborene Heimatforscher Dr. Norbert Mantl gestorben.') Mantl hat nach schwieri-gen Jugendjahren zur akademischen Ausbildung gefunden, und sich späterhin nebendem Berufsleben vor allem mit der Heimatkunde des Tiroler Oberlandes be-schäftigt. Seine vielseitigen Kenntnisse führen ihn freilich zu einer gewissen Über-schätzung der örtlichen, vor allem der Nassereither Traditionen, mit mehrUrgeschichte und Religionsgeschichte vorchristlicher Epochen, als auf die Dauer fürderartige Interpretationen gut ist. So verdienstvoll an sich seine Forschungen überdie Krippen im Oberinntal gewesen wären, überspitzte Interpretationen dergenannten Art haben lebhafte, berechtigte Kritik geweckt, deren sich Mantl sehrtemperamentvoll zu erwehren versuchte. Man kann aber seine Krippenstudienwirklich nicht richtig würdigen, wenn man nicht die sehr scharfen ,, Anmerkungenzur neueren Krippenliteratur" von Lenz Kriss- Rettenbeck( Bayerisches Jahrbuchfür Volkskunde, Bd. 1966/67, S. 7 ff.) dazu gelesen hat.
Immerhin bleiben von Mantl einige Veröffentlichungen, die man mit dernotwendigen Reserve auch weiterhin heranziehen wird. Hier seien wenigstens die inBuchform erschienenen Studien genannt:
1. Die Nassereither Krippe. Eine Studie. Ohne Ort und Jahr( wohl Nassereith1948). 46 Seiten.
2. Der Gafleiner und andere Sagen aus dem Gurgeltal. Ohne Ort und Jahr( wohl Nassereith 1948). 48 Seiten.
3. Uraltes Dormitz. Ein Beitrag zur Heimatkunde des Gurgeltales. Ohne Ortund Jahr( wohl Nassereith 1948). 61 Seiten.
¹) Zum Leben und Werk von Norbert Mantl vgl. den Nachruf von NikolausGrass: Kulturberichte aus Tirol, Nr. 275/276, Jg. 34, Innsbruck, April 1980,S. 38.
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