Am Schloßgebäude selbst konnten mehrere wichtige Arbeiten durchgeführtbzw. begonnen werden. Die Räume des Erdgeschosses wurden durch Anbringungweiterer Fenstergitter gesichert, und vor allem konnte dank der Gewährung einerSubvention seitens des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung undder Burgenländischen Landesregierung mit der Sanierung und Restaurierung derletzten desolaten Räume im 1. Stock des Ostflügels begonnen werden. Trotzgroßer technischer Probleme und witterungsbedingter Schwierigkeiten ist einerfreulicher Fortschritt der Restaurierungs- und Adaptionsarbeiten zu melden.Die Sammlungen des Ethnographischen Museums haben beachtlichen Zuwachs zuverzeichnen. Unter den Neuerwerbungen der Hauptsammlung sind besonders zunennen: Eine serbische Frauentracht, ein goldgesticktes albanisches Festgewand,ein Lajkonik( Brauchgestalt aus Krakau), mehrere moldauische Textilien( Wid-mungen), sowie mehrere schlesische Hinterglasbilder und eine komplette slowaki-sche Frauentracht( Ankäufe). Weiters wurden 125 Kartons mit osteuropäischenTrachten aus der reichen Ost- und Südosteuropasammlung des ÖsterreichischenMuseums für Volkskunde nach Kittsee verlagert und hier in eigens dafür adap-tierten und abgesicherten Depoträumen untergebracht. Mit der wissenschaftlichenBearbeitung dieser Bestände konnte bereits begonnen werden, was durch die Ein-stellung von Ferialpraktikanten ermöglicht wurde. Drei bereits fortgeschritteneStudentinnen der Volkskunde waren in den Sommerferien im Museum tätig undhalfen bei der Museumsarbeit, konnten aber auch wertvolle Erfahrungen für ihrStudium sammeln.
Der Bücherstand der Bibliothek hat 998 Nummern erreicht, was einenZuwachs von 78 Bänden ergibt, davon erfreulicherweise 31 Widmungen. Hiebeisind die zahlreichen Neueingänge bei den laufenden Zeitschriften und Buchseriennicht berücksichtigt.
Das Museum wurde an 365 Tagen offen gehalten und von insgesamt 13.133Personen besucht( Tagesdurchschnitt 36 Besucher). Für Gruppen von Schülern,Studenten, Erwachsenen und Pensionisten wurden insgesamt 94 Führungenabgehalten.
Felix Schneeweis
Ausstellung ,, Lettische Volkskunst" im Ethnographischen MuseumSchloß Kittsee
In der Zeit vom 31. November 1979 bis 31. März 1980 war in den neu adap-tierten Galerie- Räumen im Erdgeschoß des Schlosses Kittsee die über Vermitt-lung der Österreichisch- Sowjetischen Gesellschaft vom Ethnographischen Museumin Riga bereitgestellte Ausstellung„ Lettischer Volkskunst“ zu sehen. Diewissenschaftliche Bearbeitung der Ausstellung lag in den Händen von MarisKuplais, dem wissenschaftlichen Mitarbeiter des Freilichtmuseums in Riga. Zielder Ausstellung war es, einen Einblick in die überlieferte Volkskunst der heutigenSozialistischen Sowjetrepublik Lettland und ihren Einfluß auf die gegenwärtigeangewandte Kunst zu vermitteln. Die kulturpolitischen Bestrebungen, die in einer
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