Jahrgang 
83 (1980) / N.S. 34
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Schmalz. Zum leichteren Herausnehmen oft gleich in Blechsieb mitdiesem ins Schmalz getaucht, so gebacken. Lassen sich, wie großeZuckerl, leicht an Kinder und Vorübergehende austeilen: beiAlpabfahrt als Rumpelnudel"( Murtal), Schnurausbeerla( Enns-tal), wo viel Topfen= Quark, diesen in Teig: Säulinge, Alpen-nudeln, Almsäulinge( Hochschwab, Totes Gebirge, um Seckau);zu Fronleichnam Prangnudeln( Lungau, Murau).

,, Branntweinnudeln"= ,, Branntweinnussn"= ,, Branntweinkrapf-ler fast überall zu einzelnen Arbeits- oder Festtagen. Fertig hell-braun gebackene, Nüssen ähnelnde Nudeln in große Tischschüs-sel, Branntwein darüber gegossen(= Schnaps, meist hausgebrannter,mit Wasser, Zimt und Gewürzen aufgekocht) und so gegessen;oder, reichlich puren Schnaps, aber beim Hineintragen in die Stubeangezündet, als Festlicht oder Scherz( teils Weihnacht, teils Fasching-feier, meist Brechelnacht).

3. Eingegossene Teige- Strauben

Straubenteig mit freier Hand aus Schnabelhefen oder durchTrichter ins heiße Schmalz gegossen( ,, Trachterstrauben). DurchHandführung beim Eingießen: in gerollter Schlange( häufig, Salzburg,Ennstal, oberschichtlich), als, Perchtstrauben zur Perchtnacht( 5.1.)mit Honig übergossen( Ramsau u. a.); vereinzelt Dornenkrone nach-ahmend für Ostern( Steirisch- Laßnitz); einfachere Einzelstrauben, fürArbeitszeiten, Besuche, festtags, vielerorts; Mahderkrapfen,,, Schnitterkrapfen auch in der sonst kaum Schmalzgebäcke kennen-den Oststeiermark.

Als dünner Schmarrnteig, tröpfchenspitz und sehr gezackt ein-gegossen= ,, gekrauster Nigl" oder Kranzlkrapfen"( mittlere Ost-steiermark). Dort auch in eigenem, dreifüßigem tiefen Kleinkesserl( ,, Niglkessel) ins halbtiefe Fett; wenn unterseits gebacken, umge-dreht, aufs Gebackene neu Teig aufgegossen, wieder umgedreht,mehrmals bis neunmal: Hefennigl oder Neunhäutlnigl, auch,, Schöberl genannt. Sehr fette Schwerarbeitskost. Meist nur einer, inStücken ausgeteilt( Fischbacher Alpen).

4. Getauchte Teigspeisen= Schnitten

Schnitten von Brot, später auch Weißbrot oder Semmel,bestrichen mit Zwetschkenmus oder anderem, auch belegt mit Speck-schnitten, Füllen, dann je zwei aufeinandergelegt, in dünneren Teiggetaucht, im Schmalz gebacken.

Viele Namen: ,, Brotkrapfen"( Salzburg), Brudernudeln( Pinz-gau), in Kochbüchern ,, Pofesen".

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