Schmalz. Zum leichteren Herausnehmen oft gleich in Blechsieb mitdiesem ins Schmalz getaucht, so gebacken. Lassen sich, wie großeZuckerl, leicht an Kinder und Vorübergehende austeilen: beiAlpabfahrt als„ Rumpelnudel"( Murtal),„ Schnurausbeerla“( Enns-tal), wo viel Topfen= Quark, diesen in Teig:„ Säulinge“,„ Alpen-nudeln“,„ Almsäulinge“( Hochschwab, Totes Gebirge, um Seckau);zu Fronleichnam„ Prangnudeln“( Lungau, Murau).
,, Branntweinnudeln"= ,, Branntweinnussn"= ,, Branntweinkrapf-ler“ fast überall zu einzelnen Arbeits- oder Festtagen. Fertig hell-braun gebackene, Nüssen ähnelnde„ Nudeln“ in große Tischschüs-sel, Branntwein darüber gegossen(= Schnaps, meist hausgebrannter,mit Wasser, Zimt und Gewürzen aufgekocht) und so gegessen;oder, reichlich puren Schnaps, aber beim Hineintragen in die Stubeangezündet, als Festlicht oder Scherz( teils Weihnacht, teils Fasching-feier, meist Brechelnacht).
3. Eingegossene Teige- Strauben
Straubenteig mit freier Hand aus Schnabelhefen oder durchTrichter ins heiße Schmalz gegossen( ,, Trachterstrauben“). DurchHandführung beim Eingießen: in gerollter Schlange( häufig, Salzburg,Ennstal, oberschichtlich), als„, Perchtstrauben“ zur Perchtnacht( 5.1.)mit Honig übergossen( Ramsau u. a.); vereinzelt Dornenkrone nach-ahmend für Ostern( Steirisch- Laßnitz); einfachere Einzelstrauben, fürArbeitszeiten, Besuche, festtags, vielerorts;„ Mahderkrapfen“,,, Schnitterkrapfen“ auch in der sonst kaum Schmalzgebäcke kennen-den Oststeiermark.
Als dünner Schmarrnteig, tröpfchenspitz und sehr gezackt ein-gegossen= ,, gekrauster Nigl" oder„ Kranzlkrapfen"( mittlere Ost-steiermark). Dort auch in eigenem, dreifüßigem tiefen Kleinkesserl( ,, Niglkessel“) ins halbtiefe Fett; wenn unterseits gebacken, umge-dreht, aufs Gebackene neu Teig aufgegossen, wieder umgedreht,mehrmals bis neunmal:„ Hefennigl“ oder„ Neunhäutlnigl“, auch,, Schöberl“ genannt. Sehr fette Schwerarbeitskost. Meist nur einer, inStücken ausgeteilt( Fischbacher Alpen).
4. Getauchte Teigspeisen= Schnitten
Schnitten von Brot, später auch Weißbrot oder Semmel,bestrichen mit Zwetschkenmus oder anderem, auch belegt mit Speck-schnitten, Füllen, dann je zwei aufeinandergelegt, in dünneren Teiggetaucht, im Schmalz gebacken.
Viele Namen: ,, Brotkrapfen"( Salzburg),„ Brudernudeln“( Pinz-gau), in Kochbüchern ,, Pofesen".
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