Der Begriff ,, Mehlspeisen"
Der älteste und umfassendste Begriff des Wortes„ Mehlspei-se" meint alle Speisen, die hauptsächlich aus Mehlen oder Grießenzubereitet werden, wenn auch er den Schwerpunkt mehr auf Gerichteaus Mehlteigen legt, weniger auf Mehlbreie.
Später meint man mit„, Mehlspeisen" hauptsächlich diefeineren, gesüßten und leckeren Speisen, die dann die„ WienerKüche des 19. Jh. zur Blüte entwickelte und die als ,, WienerMehlspeisen“ weitverbreitet ein Begriff wurden.')
Hier seien beide Begriffe umfaßt, aber die teiglosen Speisenmit Mehlen, die reinen Breie, dabei ausgeschaltet.
Vorstufen und Nachstufen der ,, Mehlspeisen"
Vorstufen innerhalb zeitlicher Entwicklung- für die Speisenaus Mehlteigen sind Genuß und Gerichte von Körnern undBreie und die Brote.
Nachstufen sind: die metamorphisierte, verfeinert luxuriöseÜbernahme auserwählter Mehlspeisen durch Konditorei und Ge-werbe, bei Großmengen leichter herzustellender, durch Fabrik undIndustrie.
Zugleich treten Mehlspeisen an Bedeutung im Mahlzeiten-system zurück gegenüber Fleisch, Salaten, Rohobstspeisen, etwasauch Kartoffeln( und Eis, Puddings, Schleckereien), einzelne ver-schwinden, doch spielen die beliebtesten in der Volkskost noch immereine nicht zu übersehende Teilrolle, vor allem dort, wo der Hausfraunoch Zeit zur Bereitung bleibt; aber auch im Hotel- und Gastgewerbehalten sich manche Spezialitäten( Topfen- und Apfelstrudel, Salzbur-ger Nockerl, Linzer-, Sacher- und Dobostorte usw.), auch als Frem-denattraktion.
Stellung der ,, Mehlspeisen" im Nahrungshaushalt des Österreichers
Die Mannigfaltigkeit der Mehlspeisen im süddeutschen Gebieteverlockt zur Überschätzung ihrer Rolle innerhalb des gesamten Mahl-zeitensystems aller Schichten.
) U. Tolksdorf, Essen und Trinken in Ost- und Westpreußen, Marburg1975, S. 42. U.v.a.!
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