Jahrgang 
83 (1980) / N.S. 34
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Atlas tis Ellinikis Laografias. Ekdosis tu Kentru Erevnis tis ellinikis laografias tisAkadimias Athinon. Lefkoma I. Xylinon arotron, zygos, sidirum arotron,arotriasis. Epimeleia Stef. D. Imellos- G. K. Dimitropulu.Athen 1975. 57 x 42 cm, 14 S., 4 Faltkarten, 207 Abb. auf 14 Taf.( Atlas der Griechischen Volkskunde. Edition des Forschungs-zentrums für Griechische Volkskunde der Akademie Athen. I. Lieferung. Holz-pflug, Joch, Eisenpflug, Arten des Pflügens. Von Stef. D. Imellos u. G. K. Dimi-tropulu).

Die erste Lieferung des Griechischen Volkskundeatlas darf als bleibendeLeistung der wissenschaftlich- volkskundlichen Kartographie und Bilddokumenta-tion bezeichnet werden. Die kartographischen Ergebnisse stützen sich auf Tausendevon Fragebögen, die jahrelang intensiv ausgewertet wurden. Die entsprechendenKartenwerke weisen daher eine in manchen Ballungsgebieten kaum noch darstell-bare Belegdichte auf( durchschnittlich über 4000 Symbole). Die geographischeStreuung ist durchgängig, größere totale Leerbezirke gibt es kaum.

Die erste Karte ist den Jahresfeuern gewidmet, also eigentlich bezuglos zumvorliegenden Thema, soll aber im europäischen Volkskundeatlas zur Veröffent-lichung kommen, sobald die Zentralkarten zu den Jahresfeuern fertiggestellt sind.Auf dieser Karte werden insgesamt 38 Feuertermine im Jahreslauf verzeichnet, wasnatürlich in manchen Gebieten zu Zeichenstauungen führt. Vor allem ins Augespringend ist die Belegdichte der Karsamstags- und Ostersonntagsfeuer auf Kretasowie im mittleren Pindus- Gebiet, die Fastnachtsfeuer auf der Peloponnes und inEpirus, die Johannes( Sonnwend-) Feuer in der West- und Südpeloponnes und aufden Jonischen Inseln sowie im Pelion, in Attika, in Nordeuböa und auf Andros.

Die Erfahrungen bei der Herstellung dieser ersten Karte sind für die nächstenverwertet worden: die Zeichensymbole der zweiten Karte, die 47 verschiedeneHolzpflug- Typen darstellt, sind feiner gehalten und es kommt zu keinen optischermüdenden Ballungsflächen. Dabei ist die Belegdichte nur wenig geringer. Als sehrvorteilhaft erweisen sich die Skizzen der einzelnen Pflugtypen auf der Karte selbst,was einer mühelosen Auswertung entgegenkommt.

Die dritte Karte ist den Jochformen gewidmet und umfaßt 26 Symbole. Dielandschaftliche Zuordnung einzelner Jochformen läßt sich prima vista viel leichterdurchführen als dies bei der großen Variabilität der Holzpflugformen der Fall ist.

31 Arten von eisernen Pflügen stellt Karte Nr. 4 dar, die durch geschickteKontrastgebung der Zeichensymbole sehr anschaulich wirkt. Aus den ehemaligenSiedlungsräumen der Kleinasien- Griechen vor ihrer Aussiedlung 1922, Kappado-kien und den Euxinischen Pontus( südliche Schwarzmeerküste und Hinterland) sindso gut wie keine Belege des Eisenpfluges vorhanden.

Die Typenskizzen in den Kartenlegenden sind durch einen ausführlichenAbbildungsteil ergänzt und anschaulich gemacht. Die Bildtafeln 1-2, 3-4 und8-10 zeigen verschiedene Typen von Pflug und Joch und beziehen sich auf dieentsprechende Darstellung am Kartenrand. Darüber hinaus( Taf. 5-7 und 10( Abb. 1-8) bis 14) sind verschiedene Phasen des Anschirrens der Zugtiere, Pflug-techniken und eisernen und hölzernen Pflug, verschiedene Formen von PflugscharenMischformen von Holz- und Eisenpflug sowie Kummetformen aus verschiedenen

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