Es ist sehr erfreulich, daß dieser Kongreẞband vorliegt, daß die Beiträge indeutscher oder englischer Sprache veröffentlich wurden, und so die durchaus wich-tigen Ergebnisse allgemein zugänglich bleiben.
Leopold Schmidt
Ingeborg Drewitz( Hg.), Märkische Sagen. Berlin und die Mark Branden-burg. 320 Seiten, mit vielen Abbildungen im Text. Düsseldorf und Köln 1979,Verlag Eugen Diederichs. DM 29,50.
Anschließend an seine ehemalige Serie deutscher landschaftlicher Sagensamm-lungen läßt der Verlag Eugen Diederichs immer wieder Bände erscheinen, dieungefähr dem alten Modell gleichen. So nunmehr einen Auswahlband märkischerSagen, ganz nach den alten Sagensammlungen gearbeitet. Die Schriftstellerin Inge-borg Drewitz ist von Kindheit an mit den Sagen in und um Berlin bekanntgemachtworden. Sie hat sich nunmehr die guten alten Sammlungen von Adalbert Kuhn( 1843) bis Lohre( 1924), Müller( 1933) und Brachwitz( 1937) vorgenommen undderen wichtigste Inhalte gewissermaßen spiralig von Berlin ausgehend um Berlinherum gruppiert: Zunächst Potsdam, dann die Mittelmark, der Kreis Luckau, derKreis Zauch- Belzig, Havelland und Grafschaft Ruppin, die Prignitz, das BarnimerLand, die Uckermark, schließlich die Neumark und das Sternberger Land, dieAltmark im Westen und Spreewald und Lausitz im Südosten. Dafür hat sie allein ausAdalbert Kuhn einhundertfünf Sagenaufzeichnungen entnehmen könnne. Der solose komponierte Band bringt wie die früheren Sagenbände bei Diederichs wiedergute alte Ortsansichten, Trachtenbilder und ähnliches als Stiche und Lithos im Text.
Er scheint beim Verlag Diederichs gelegentlich Mode zu werden, für Märchen-und Sagenbände keine Märchen- und Sagenforscher heranzuziehen. Das ist schlecht,das sollte nicht so sein, denn das Gebiet der Erzählforschung in der Volkskunde istgut bestellt, und jeder einigermaßen mit der betreffenden Landschaft und ihrer Lite-ratur Vertraute hätte wohl eine bessere Auswahl zustandebringen und vor allemeinen wenn auch knappen, so doch dem gegenwärtigen Forschungsstand entspre-chenden Kommentar beibringen können. Schade um die versäumte Gelegenheit.
Leopold Schmidt
Theodor Fontane, Der deutsche Krieg von 1866. Nachdruck der Erst-ausgabe Berlin 1870/71. Mit 17 Porträts, 19 Gefechtsbildern, 383 Abb. und65 Plänen sowie einem Register. 2 Bde. 784 und 424 Seiten. Düsseldorf- KölnVerlag Eugen Diederichs. DM 98,-.
Ein Werk von Fontane kann man hundert Jahre nach seinem Erscheinen nichtbesprechen. Man kann nur darauf hinweisen, daß Fontane nicht nur der Balladen-dichter und große Romanschreiber war, sondern auch als bedeutender Journalistgearbeitet hat, wobei die drei besonderen Werke über den deutsch- dänischen Kriegvon 1864, über den deutsch- deutschen Krieg von 1866 und über den deutsch- fran-zösischen Krieg von 1870/71 das Ergebnis waren. Sie alle sind in den Gesamtaus-
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