Jahrgang 
83 (1980) / N.S. 34
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theoretische Betrachtungen immer auch an der Wirklichkeit der Gegenwarts-volkskunde abstützen.

Aber es geht hier nicht um die Diskussion eines einzigen, in seiner Artweiterführenden Beitrages, sondern darum, daß man dem ganzen Band durchausInteresse entgegenbringen wird. Jüngere Semester können daran ablesen, womitman sich einige Jahrzehnte lang auf diesem Gebiet doch sehr intensiv beschäftigthat; sie ersparen sich vermutlich doch die Lektüre wenigstens eines Teiles der auchauf diesem Gebiet längst zu umfangreich gewordenen theoretischen Literatur.

Leopold Schmidt

Peter Assion, Altes Handwerk und frühe Industrie im deut-schen Südwesten. Ein Literaturbericht unter Mitarbeit von WolfgangMermann und Heinz Plempe.(= Eine Veröffentlichung der BadischenLandesstelle für Volkskunde beim Landesdenkmalamt) XXIX und 201 Seiten.Freiburg im Breisgau, 1978, Landesdenkmalamt( Schwaighofstraße 13).

Eine landschaftlich begrenzte Volkskunde wird immer gut daran tun, sich dieNachbargebiete anzuschauen und alles, was für das Fach zu nützen sein mag, wenig-stens im Überblick, eventuell in Form einer Bibliographie zu erfassen. Das ist nunhier von der Badischen Landesstelle für Volkskunde in Freiburg aus für das Gebiet,, Handwerk und Industrie im Oberrheingebiet geschehen. Ein Memorandum Dokumentation versinkender Lebens- und Arbeitsbereiche" weist auf die Ziel-setzung der weiteren Arbeit dieser Art in Freiburg hin. Assion hat in seiner Ein-leitung versucht, diese Art von Aufarbeitung in den Zusammenhang der gegenwärtigbetriebenen Volkskunde zu stellen. Ob man deshalb unser Fach so einfach als ,, einesozialwissenschaftliche Disziplin bezeichnen kann, bleibt mir fraglich. Alle paarJahre oder Jahrzehnte erfolgen solche Einschachtelungsversuche, die dann von einerweiteren Generation prompt wieder abgestoßen werden.

Die Bibliographie selbst umfaßt ungefähr 2000 Titel, in 32 Gruppen gegliedert,so ungefähr von der Wald- und Holzwirtschaft, Flößerei und Köhlerei bis zum Ver-kehrswesen. Manche Kapitel heben sich als landschaftsbezeichnend gut heraus, soetwa 5. Holzschnitzerei( auch Masken), oder 7. Besen- und Bürstenmacherei, oder8. Strohverarbeitendes Gewerbe( Strohhüte), selbstverständlich 15. Uhrmacherei( Schwarzwälder Uhren), 18. Trachtenhandwerk( beispielsweise die Bollenhut-macherinnen). Man kann sich da gut orientieren, wenn auch die Veröffentlichungenoft in kleinen und kleinsten Heimatzeitschriften stehen und daher für den Fern-stehenden nicht leicht zu erreichen sein dürften.

Die Bibliographie, sonst sehr zu loben, ist nicht durchnummeriert und verfügtüber keine Register.

Leopold Schmidt

Internationales handwerksgeschichtliches Symposium. Veszprém 20. 24. 11. 1978.Ungarische Akademie der Wissenschaften. Veszprémer Akademische Kommis-sion. 453 Seite. Budapest, Múzeumi Restaurator es módszertani központ 1979.

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