( oder sächlich„ bió", Hab und Gut, Vermögen) sind nicht dasselbe. DieÜbersetzung ist in diesem Falle nicht ganz korrekt.- Durch solche kleine Miẞ-griffe wird freilich der Wert der Arbeit nicht bedeutend eingeschränkt.Anmerkungen und nähere Angaben über die Gewährsleute sowie eine sach-kundige Eingliederung in das internationale Typenschema der Märchen von Dr.Dieter Röth( S. 186-204), sodann eine kleine Auswahlbibliographie( S.205-207) beschließen den begrüßenswerten Märchen- Band.
Walter Puchner
Johannes Künzig und Waltraud Werner- Künzig, Authentische Tonauf-nahmen 1959-1966(= Quellen deutscher Volkskunde. Veröffent-lichungen aus dem Volkskunde- Tonarchiv Freiburg) Freiburg im Breigau,Institut für ostdeutsche Volkskunde. 1978, 1979.
Bd. 7: Volkslesestoffe in mündlicher Überlieferung.Kommentare: Leander Petzoldt. 4 Langspielplatten und 1 Textheftmit 96 Seiten.
Bd. 10: Liebeslieder vom Böhmerwald bis zur Wolga.Kommentare: Rolf Wilh. Brednich und Gottfried Habe-nicht. 3 Langspielplatten und 1 Textheft mit 182 Seiten( vervielfältigt).
In der langen, wertvollen Reihe ihrer Schallplattenveröffentlichungen legenJohannes Künzig und Waltraud Werner- Künzig zwei neue Kassetten vor. Handeltees sich bisher hauptsächlich um Balladen aus dem weiteren deutschen Osten, sohaben sie nunmehr auch andere Sammelgüter zusammengestellt und kommentie-ren lassen. Vom ,, Volkslesestoff in mündlicher Überlieferung" war bisher kaumschon die Rede. Hier liegen nun Nacherzählungen der barocken und jüngeren Volks-bücher vom Kaiser Oktavian, von der geduldigen Genoveva und von derMarkgräfin Griseldis vor, und daneben noch einige weitere Erzählungen, dieentweder direkt von Christoph Schmid stammen und aus dessen geistiger Nähe.Einige Fassungen sind auch nicht wie sonst im ungarischen Schildgebirge oder inder Karpatho- Ukraine aufgezeichnet, sondern in Furtwangen im Schwarzwald.Diese Aufzeichnungen, die sich im Lauf der langjährigen Sammelarbeit desrührigen Paares also ergeben haben, werden im Textheft einmal in Mundart unddaneben in schriftdeutscher Übersetzung abgedruckt. Leander Petzoldt hat sichbemüht, von seiten der Volkserzählforschung Kommentare zu erstellen. DieLiteratur zur älteren Volksbuchverbreitung wie zur Volksbuchdramatisierung istihm wohl nicht ausreichend zur Hand gewesen, sonst hätte er beispielsweise zum,, Kaiser Oktavian" doch das betreffende Kapitel in den beiden Kommentarbändenim Ernyey- Kurzweil- Schmidt, Deutsche Volksschauspiele aus den Oberungari-schen Bergstädten( Budapest 1938) benützt.
Die Kommentierung der„, Liebeslieder" durch Rolf- Wilh. Brednich ist weitauseingehender. Diese 40 Lieder aus den verschiedensten deutschen Siedlungen inUngarn, aber auch aus dem Nössnerland in Siebenbürgen und von denWolgadeutschen, sind mit dem ganzen eindrucksvoll gesammelten und durch-gearbeiteten Material des Deutschen Volksliedarchives kommentiert. Es ist ein
57