Jahrgang 
83 (1980) / N.S. 34
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ich die durch diesen Bezirk gehende Grenze zwischen dem flachen und dem steilenPfettendach( und anderen Dachstuhlformen; nicht jedoch Sparrendach) behandeltund ihre weiter als bisher bekannte Ausdehnung nach Osten nachgewiesen.

Stoffmangel war es wohl, der den Herausgeber veranlaßte, entgegen seinerKritik an den ,, Deutschen Märchen aus dem Donaulande", die durch seinen Bandja abgelöst werden sollten, ohne sachliche Berechtigung drei Märchen aus deutschenSiedlungen in Ungarn aufzunehmen( Schildgebirge und Bakonyawald). Die Ent-nahme aus einem Werk der verdienten Feldforscherin Prof. Dr. Elli Zenker istüberdies( wie die ihrer Kärntner Aufzeichnung) ohne deren Wissen und Genehmi-gung geschehen. Aus allem ergibt sich, daß ich nicht ohne Gründe eine gemeinsameHerausgabe des Werkes abgelehnt habe. Es ist nur bedauerlich, daß die einmaligeGelegenheit eines Österreichbandes in der angesehenen Diederichs- Reihe weder imSinne der Forschung noch der Leser genutzt werden konnte.

Karl Haiding

Regine Schmidt, Die Darstellung von Kinderspielzeug undKinderspiel in der griechischen Kunst(= Raabser Märchen-reihe, Bd. 3), Wien 1977. 171 Seiten und 13 Abb. auf Tafeln.

Eine druckreif verfaßte Dissertation, die auch sehr rasch veröffentlicht werdenkonnte. Schon die Brüder Grimm haben in ihrer Abhandlung ,, Kinderwesenund Kindersitten"( Kinder- und Hausmärchen, zweiter Band, zweite vermehrteAuflage, Berlin 1819, S. III- LVIII) neben deutschen Spielen verwandte antikeerwähnt. Ihre Ausführungen sind jedoch in spätere Auflagen nicht übernommenworden. Vermutlich hat sie daher I. V. Zingerle nicht zu Gesicht bekommen.Sonst hätte er sie in der Einleitung zu seinem Werk ,, Das deutsche Kinderspiel imMittelalter"( erstmals 1867 in den Sitzungsberichten der Kaiserlichen Akademieder Wissenschaften in Wien erschienen) hervorgehoben. Er sagt jedoch nur, daß erdurch J. Scheible und E. L. Rochholz zu seiner 1873 nochmals inerweiterter Form erschienenen Abhandlung angeregt worden sei. Inzwischen warauch schon 1864 L. Grasbergers umfangreiche Arbeit Die leibliche Er-ziehung bei den Griechen und Römern, 1. Abteilung: die Knabenspiele" er-schienen. Zum Unterschiede von dieser und mehreren nachfolgenden Unter-suchungen widmet sich Regine Schmidt indes ausdrücklich der Darstellung vonKinderspielzeug und Kinderspiel in der griechischen Kunst, was bisher noch nieumfassend geschehen ist.

Zuerst stellt sie sich die Frage nach der Einteilung ihres Stoffes. Diese wirdallein schon dadurch erschwert, daß zwar Spielzeuge in großer Zahl erhaltengeblieben sind, es von ihnen jedoch nur wenige Darstellungen gibt. Darüber hinaushaben die antiken Autoren viele Spiele beschrieben, von denen überhaupt keineWiedergaben bekannt sind. Der Hauptteil der vorliegenden Arbeit ist daher derDarstellung des Spielzeuges gewidmet, während die Spiele als solchezurücktreten. Die Aufgabe ist zwangsläufig auf einen zufällig erhaltenen Bestandbeschränkt, wodurch vieles von dem einstigen Gesamtstoffe nicht einbezogenwerden kann. Dieser Zufallsausschnitt ist allerdings so gründlich untersucht, daß

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