Jahrgang 
83 (1980) / N.S. 34
Einzelbild herunterladen
 

weitere Nachweise wirklich nicht die Aufgabe dieses Buches waren. Im ganzenerinnert es sicherlich an das Werk von Rudolf Preiß, das Singbuch des österrei-chischen Wandervogels ,, Unsere Lieder", und man mag bei einem Vergleich derbeiden Sammlungen wohl staunen, wieviel von der Auswahl von damals ganzoffensichtlich sich gehalten hat. Man könnte es der in vieler Hinsichtgleichwertigen Auswahl, die Walter Deutsch hier vorgelegt hat, wohl auchwünschen.

Leopold Schmidt

Märchen der Weltliteratur. Geleitet von Felix Karlinger und KurtSchier. Eugen Diederichs Verlag, Köln und Düsseldorf. NeueBände.

Auch im letzten Jahr ist die berühmte Reihe mit dem unzutreffenden Titelwieder um wichtige Bände angewachsen. Wahrscheinlich wird sie bald einhundertNummern umfassen, ohne daß die Bände jemals numeriert worden wären. DieFülle der Textbände aus den verschiedensten Ländern macht es fast unmöglich,auf alle Neuerscheinungen eigens einzugehen. So sind in letzter Zeit Bände ausder Ukraine( Hg. Bohdan Mykytiuk), aus dem Libanon( Hg. Ursula undYussuf Assaf) und aus Nubien( Hg. Andreas und Waltraud Kronenberg)erschienen. Für die Besprechung zweier uns näherliegender Bände konntenFachleute gewonnen werden, die sich im nachstehenden über die Österreichi-schen Märchen und über die Märchen griechischer Inseln und Märchen ausMalta äußern werden.

Leopold Schmidt

Ingo Reiffenstein, Österreichische Märchen.( Reihe: Die Märchen derWeltliteratur. Begründet von Friedrich von der Leyen, hg. von KurtSchier und Felix Karlinger). Eugen Diederichs Verlag DüsseldorfKöln 1979, 300 Seiten.

A. Vorbemerkung. Entgegen meiner ursprünglichen Absicht habe ichauf Anregung von maßgeblicher Stelle mich nun doch entschlossen, das vorlie-gende Werk zu besprechen. Im März 1974 erhielt ich ein Schreiben des auf seinemFachgebiet von mir hochgeschätzten Univ.- Prof. Dr. F. Karlinger. Er sei in einerRedaktionssitzung beauftragt worden, mich und Univ.- Prof. Dr. Ingo Reiffensteinum die Übernahme des geplanten Österreichbandes zu ersuchen., Modellcharak-ter" hiefür könne der Band Schweizer Märchen sein. Ich hätte die Aufgabe, für dieHälfte des Bandes Texte aus meiner Sammlung( unveröffentlichter eigener Auf-zeichnungen) auszuwählen, dazu die Anmerkungen zu verfassen und ein Nachwortüber die Märchenerzähler bzw. über die Erzählpraxis in Österreich zu schrei-ben. Prof. Reiffenstein würde aus älteren Ausgaben im gleichen Umfange Texteauswählen und kommentieren, sowie ein kürzeres, allgemein gehaltenes Nachwortverfassen. ,, Abzuklären" wäre zwischen uns beiden, welche Märchen in der mund-artlichen Fassung vorgelegt werden sollten. Nach seiner Auffassung 5-6 aus

48