Jahrgang 
83 (1980) / N.S. 34
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( 90, 92). Als Besonderheit soll das Fresko mit dem Katzen- und Mäusekrieg imSchloß Moos- Schulthaus bei Eppan hervorgehoben werden( 36, 37) ¹).

Das findet sich aber alles nur neben den vorzüglichen bürgerlichen undaristokratischen Möbeln und Bildern, neben zahlreichen Werken der antiken undmodernen bildenden Kunst, mit so manchem außenseitig erscheinenden Zierstück.Diese Sammlungsgegenstände spiegeln wohl einen beachtlichen Teil des weit-gespannten Interesses Walther Amonns, wie der Text der lebhaft und anschaulicherzählten Erinnerungen zeigt.

Unsere großen Südtiroler Bestände im Museum in der Laudongasse erlaubenes, die Schätze der Sammlung Amonn sozusagen neidlos zu betrachten und sich anden Varianten der uns so gut bekannten Typen zu erfreuen. Dennoch wäre uns dieBeigabe eines Bildverzeichnisses mit genaueren Angaben über Herkunft undMaße, Erhaltungszustand usw. recht lieb gewesen. Auf die paar Seiten, die eingeschulter Museumsmann sicher gern und rasch erstellt hätte, wäre es gewiß nichtangekommen, und das Buch wäre auch für den engeren Fachmann doch besserbenützbar geworden. Aber es bleibt ein wertvolles, auch für uns sehr interessantesBuch, nicht zuletzt als Einblick eben in die Welt eines großen Sammlers.

Leopold Schmidt

Johann W. Deininger, Das Bauernhaus in Tirol und Vorarlberg.Wien( 1894), S. Czeiger. München Callwey Reprint 1979. Mit Geleitwortvon Paul Werner. Querformat 226 Seiten, mit 141 einfarbigen und 8 vier-farbigen Abb. DM 98,-.

Seit vielen Jahrzehnten wird in der Bibliothek unseres Museums an alleInteressenten, die sich wissenschaftlich oder künstlerisch mit dem Tiroler Bauern-haus und seiner Ausstattung befassen wollen, zuerst immer der Deininger"vorgelegt. Die wohltuend sachlichen, genauen Zeichnungen geben den meistenInteressenten tatsächlich das, was sie brauchen. Aber die Blätter des altenMappenwerkes sind dadurch nicht besser geworden.

Da soll es denn sehr begrüßt werden, daß der Verlag Callwey in München, derso viele gute Volkskunstbände herausbringt, auch den Deininger" noch einmalauflegt, wenigstens als Nachdruck in der halben Größe des Originals. Die altenZeichnungen kommen auf dem modernen Hochglanzpapier sehr gut heraus, unddie beibehaltenen kurzen Kommentare genügen auch heute noch zur Einführung.Man hätte sich von fachlicher Seite her wie bei allen diesen Nachdruck- Unter-nehmungen wohl manches zusätzlich noch wünschen können. Mit einem kleinenArbeitsauftrag etwa wäre doch festzustellen gewesen, welche der von Deiningereinstmals gezeichneten Häuser überhaupt noch stehen, und in welchem Zustand siesich befinden. Dann hätte man wohl die Zuweisung zu den Orten, die Ortsnamen-schreibung revidieren müssen, und ein Ortsnamenverzeichnis beigeben können,

¹) Die Datierung der Fresken schwankt einstweilen noch zwischen dem frühen14. und dem frühen 16. Jahrhundert. Vgl. Josef Weingartner, TirolerBurgen, Schlösser und Ansitze. Hg. Oswald Graf Trapp. Innsbruck 1971.S. 147.

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