bisher schon stattlichen und in einer ständigen Schausammlung auch dauernd zu-gänglich gemachten Bestand an Zeugnissen volksmusikalischer Überlieferung inden österreichischen Bundesländern. Die Neuerwerbung bedeutet eine Verdich-tung der Zeugnisse hinsichtlich einer systematisch- organologischen Typologie derösterreichischen Volksmusik( Gattungen der Idio-, Membrano-, Chordo- undAerophone) als auch einer landschaftlichen Streuung derselben. So enthält dieSammlung neben Selbstklingern( Idiophonen) wie Hirtenringstöcken und Hölzer-nen Glachter( Xylophon) typische bäuerliche Saiteninstrumente( Chordophone),wie Drehleiern, Zithern des Mittenwälder und Salzburger Typus, Hackbretter undGitarren und, aus der Gattung der Blasinstrumente( Aerophone), Alphörner,Panflöten, Schalmeien, Dudelsäcke, Schwegelpfeifen und Schnabelflöten, wobeidie einzelnen gegenständlichen Volksmusikzeugnisse aus allen österreichischenund altösterreichischen Ländern zwischen Wien und Vorarlberg in der einen Rich-tung und zwischen Egerland und dem jugoslawischen Banat in der anderenstammen.
Die vom Österreichischen Museum für Volkskunde seit langem besondersgepflegte Bildquellenkunde bietet über die Präsentation der verstummten Instru-mente hinaus die Möglichkeit, die Stellung dieser Musikinstrumente in Musizier-praxis, Volksbrauch und im gesellschaftlichen Gefüge mit Hilfe von Werken derPersönlichkeitskunst, also in Bildern und Zeichnungen von Künstlern unserer undvergangener Zeit( Rudolf Raimund Ballabene ,,, Volkstanz der Kroaten imBurgenland", Wilhelm Dachauer,„ Die Harfenspielerin“ und„ Landlertanz“,Leopold Hauer ,,, Im Fasching", Illy Kjäer ,,, Sarntaler Bauernmusiker mitBaẞtuba", Fritz Weninger,„ Die Bettelmusikanten“ u. a.), zu veranschau-lichen.
Zur Ausstellung erschien ein illustrierter Katalog.( Vgl. unten S. 53.)
Anläßlich der Ausstellungseröffnung war das neue Tor zwischen dem Museums-garten und dem öffentlichen Schönborn- Park in der Wiener Josefstadt( LangeGasse, Ecke Florianigasse) erstmals geöffnet. Dieser neue Museumszugang wurdein Zusammenarbeit mit dem Stadtgartenamt des Magistrats der Gemeinde Wiengeschaffen und ist als eine erste Maßnahme anzusehen für eine verstärkte Er-schließung des Österreichischen Museums für Volkskunde und seiner vielseitigenSchausammlungen zur Volkskultur aus ganz Österreich für das öffentliche kul-turelle Leben des umliegenden Bezirkes Wien- Josefstadt und seiner Nachbar-bezirke.
Die volksmusikalische Veranstaltung„ Junge Leute spielen auf alten Instru-menten“( kommentiert von Prof. Walter Deutsch), die im Rahmen der Aus-stellungseröffnung stattfand, fand anläßlich des Tages der offenen Tür derBundesmuseen" am Nationalfeiertag, dem 26. Oktober 1979, um 11 Uhr eineWiederholung.
Die Ausstellung ist bis Ende April 1980 jeweils während der Öffnungs-zeiten des Österreichischen Museums für Volkskunde( Dienstag bis Freitag9-15 Uhr, Samstag 9-12 Uhr, Sonntag 9-13 Uhr, Montag geschlossen) zu be-sichtigen.
Klaus Beitl
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