Jahrgang 
83 (1980) / N.S. 34
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Eine verbotene Dreifaltigkeitsdarstellung

als Giebelzier

Ein Beitrag zum Thema des, Dreigesichts"( mit 1 Abbildung)

von Emil Schneeweis

In Zeiten erhöhter religiös- konfessioneller Spannungen, theolo-gisch- dogmatischer Auseinandersetzungen, ja von Glaubenskämpfen,nehmen auch die ikonographischen Zeugnisse der betreffendenEpochen besonders interessante, aussagekräftige Formen an, die demKundigen so manchen Einblick in die jeweils aktuellen Kontroversenund Polemiken geben. Darüber hinaus ist es für den Volkskundlerreizvoll und lohnend, ihre Nachwirkungen und Nachklänge bis in dieGegenwart hinein zu verfolgen und zu analysieren.

Dies alles gilt in besonderem Maße für den nur mit äußersterVorsicht so zu bezeichnenden Problemkomplex der Gegenreforma-tion, die ja keinesfalls durch simplifizierende Eingrenzung mittelsJahreszahlen oder ähnlicher unzureichender Methoden, sondernvielmehr lediglich durch eine zusammenfassende Betrachtung univer-salhistorischer Art zu erfassen ist ¹).

Wie brachten nun die Sendboten und Träger dieser Reaktionder katholischen Kirche auf die evangelische Reformationsbewegungdes 16. und des 17. Jahrhunderts", wie das LThK 1. c. es formuliert,

¹) Lexikon für Theologie und Kirche, begründet von Dr. Michael Buch-berger. 2., völlig neu bearbeitete Auflage. Freiburg 1957-1967. Des weiteren zit.als LThK. ad hoc: Band IV, Sp. 585.

Vgl. auch: Golo Mann, Wallenstein. Sein Leben erzählt von-. Frankfurtam Main 1978, p. 272: ,, Das obrigkeitliche Unternehmen, welches protestantischeGeschichtsschreiber die Gegenreformation nennen, was aber am Orte selbst undvon jenen, die es betrieben, die Reformation genannt wurde..."

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