Jahrgang 
83 (1980) / N.S. 34
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Missionarstätigkeit ohne weiteres hier und dort gewesen sein, dochhandelt es sich bei den Spursteinen immer nur um die sozusagen spie-lerisch- erzählerische Aitiologie, das Verlangen nach einer Begründungder sonst unverständlichen Male in jenen Steinen. Die persönlicheNähe des Regensburger Heiligen ist im Lande selbstverständlich durchseine bedeutende Gründung, die Wolfgangskirche von Wieselburg ge-geben, deren Regensburgisch- mächtiger Bau glücklicherweise nochweitgehend erhalten und seit einigen Jahren auch vernünftig denkmal-pflegerisch behandelt wurde. 18)

Mit dem Wolfgangistein von Wolfstein im Aggswald steht es jaleider nicht so gut. Wolfgang Häusler, der offenbar den Namen desRegensburger Heiligen nicht umsonst führt, hat in seinem vorzüg-lichen Heimatbuch die Geschichte dieses Kultmales folgendermaßengekennzeichnet: In der Ortschaft Wolfstein ist leider vor einigenJahren bei einer Straßenverbreiterung ein Bildstock verschwunden, anden sich eine interessante Sagenüberlieferung knüpfte. Auf einer Fel-sengruppe in der Nähe des Feuerwehrhäuschens stand diese einfacheBildsäule, auf der ein Greis in Mönchskutte mit langem Bart darge-stellt war, der gegen aufflatternde Vögel drohend die Hand erhobenhatte. Mit diesem Bild hatte es folgende Bewandtnis: St. Wolfgang,der Bischof von Regensburg, sei einst auf einer seiner Reisen nachUngarn in dieses weltabgeschiedene Tal gekommen und wollte aufeinem Stein sein einfaches Mahl verzehren. Spatzen und Elsternhätten dem frommen Mann die Brotbissen vom Munde wegge-schnappt, so daß er sie zornig verfluchte und ihnen für alle Zeiten denAufenthalt in dieser Gegend verbot. Diese Erzählung konnte man vonden alten Leuten im Graben in vielfältiger Ausschmückung zu hörenbekommen, der Heilige führte hier den etwas despektierlichen Namen, Spatzenschreck'. Auf dem Felsblock wurden Auswitterungen gezeigt,die Fußabdrücken glichen; der Heilige soll sie nebst den Spuren seinesRucksacks und Stockes hinterlassen haben." 19)

Und anschließend beschäftigt sich Wolfgang Häusler einiger-maßen mit den Beziehungen des hl. Wolfgang zu Niederösterreich,glaubt auch nachweisen zu können, daß ein Aufenthalt des Heiligenim Wolfsteiner Graben ziemlich unwahrscheinlich sei, und schließt mitdem Satz: ,, Wolfgang galt aber wegen seines Aufenthaltes am Mond-see und Abersee( der später nach ihm Wolfgangsee genannt wurde)

18) Dehio- Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Bd. Niederöster-reich. Neubearbeitet von Richard Kurt Donin. 5. Aufl. Wien 1953, S. 384.

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19) Wolfgang Häusler, wie oben, Anmerkung 4, S. 116.