Jahrgang 
83 (1980) / N.S. 34
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Heilige diese Vögel auf einen Umkreis von einer halben Stunde. Essollen angeblich auch keine von diesen Gattungen dort vorkom-1.00 14)

men.

Das sind also eigentlich zwei Legenden: Einmal die von der Ent-stehung des Spursteines, wie es verwandte Geschichten vielfach, undzwar tatsächlich in weltweiter Verbreitung gab und gibt. Nicht nur diechristlichen Heiligen in Europa haben auf Steinen gerastet und dabeiAbdrücke hinterlassen. Auch von Christus wird der Abdruck seinerFüße auf dem Ölberg bei Jerusalem gezeigt, und die FußspurenMohammeds sind ebenfalls bekannt. 15) Und bis nach Ceylon lassensich solche Motive verfolgen, wo die Fußspuren Buddhas auf demAdams Pik berühmt geblieben sind. Die Bezeugungen sind geradezuüberreich, und mehrfach auch gut zusammengestellt. Vor mehr alshundert Jahren sogar schon von Richard Andree, 1878, und seither inden verschiedensten Zusammenhängen immer wieder. 16) Auch in denösterreichischen Donauländern finden sich solche Spursteine häufiggenug. Schon der hl. Wolfgang allein soll hier allenthalben seineSpuren hinterlassen haben, vor allem selbstverständlich auf dem An-trittstein bei seiner Kirche nächst Kirchberg am Wechsel. 17) Die vonLaienforschern gern gestellte Frage, ob nun der große Bischof vonRegensburg wirklich überall dort gewesen sei, wo sich seine Spurenfinden, beantwortet sich wohl von selbst: Er kann in der Zeit seiner

14) Gugitz, wie oben, Anmerkung 6, S. 219.

Josef Pöttinger, wie oben, Anmerkung 5, S. 182.

Nur zitiert als Nr. 1412 St. Wolfgang der Spatzenschreck( der Heiligevertreibt die Vögel), unter Aggsbach: Johann Ginsel, Die niederösterreichischeVolkssage. Diss.( Maschinschrift), Wien 1938.

15) Auch das haben bereits die Brüder Grimm gewußt: Die DeutschenSagen der Brüder Grimm. Hg. Hermann Schneider. Berlin o. Jg., Bd. I, S. 141,Nr. 136, dazu Anmerkung S. 290.

Weiters bei Rudolf Kriss und Hubert Kriss- Heinrich, Volksglaubeim Bereich des Islam. Bd. I. Wallfahrtswesen und Heiligenverehrung. Wiesbaden1960. Abb. 92 und Text S. 165f.

16) Richard Andree, Ethnographische Parallelen und Vergleiche. Stutt-gart 1878.Weiters bei Rudolf Kriss, Die Volkskunde der Altbayerischen Gnaden-stätten. Bd. III. Theorie des Wallfahrtswesens. München- Pasing 1956, S. 75f.

17) Theodor Vernaleken, Alpensagen. Neuausgabe Graz 1950.

Nr. 220.

Willibald Leeb, Sagen Niederösterreichs. I.( einziger) Bd., Wien 1892,Nr. 162, 163.

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