Jahrgang 
83 (1980) / N.S. 34
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für die Sagenkunde des Dunkelsteinerwaldes wichtig sein können³).Und dann bleibt von der Seite der religiösen Volkskunde, der Wall-fahrtsvolkskunde, selbstverständlich der Niederösterreich- Band dergroßen österreichischen Wallfahrtstopographie von Gustav Gugitz zunennen, der 1955 erschien und trotz geringfügiger Änderungen undErweiterungsmöglichkeiten bis heute nicht überholt istб).

Aber nun einige Beispiele dafür, was sich von uns aus gesehen ausdem im Lauf von mehr als hundert Jahren angesammelten Sagen- undLegendenstoff innerhalb des Dunkelsteinerwaldes vielleicht heraus-lesen läßt.

Da hat die große Beobachterin und Sammlerin Marie Andree-Eysn im Jahr 1898 folgende Notiz über, Reisichthäufung in Nieder-österreich vorgelegt: Die österreichische Generalstabskarte zeigtim Donautal, südwestlich von Mautern, dem alten Mutinum, dasZeichen einer Kapelle und dabei steht, Zur toten Frau', unweit davon, Beim toten Mann'. Im Volksmunde heißt es, daß an letzterer Stelleein Ehepaar von Räubern angefallen und der Mann erschlagen wurde,das Weib Glossar ::: zum Glossareintrag  Weib aber habe gebeten, man möge es nur noch eine kleineStrecke weiter gehen lassen, bis sie die Wallfahrtskirche Maria Lang-egg sähe, dann wolle sie ruhig sterben.- Steigt man von Oberbergernden Waldweg hinan, so erreicht man nach ungefähr dreiviertel Stun-den eine alte Kapelle, unter hohen Tannen, deren Inneres von kleinenVotivbildern ganz bedeckt ist. An der Wand neben dem Altare hängenwächserne Körperteile und Figuren, und in den Ecken lehnen ge-brauchte Krücken, welche die Genesenen in das einsame Heiligtumgebracht haben. Das kleine Türmchen trägt eine Glocke, die eineLeine, welche außerhalb der Kapellentür herabhängt, in Schwingungversetzt. Die Vorübergehenden ziehen an diesem Strick. Unfern derKapelle öffnet sich ein weiter Ausblick über das waldige Gehänge unddas Donautal mit der Kirche von Langegg, und 600 Schritte von derKapelle gelangt man in der Mitte des jungen Tannwaldes zu einer altenBuche, deren Rinde zahlreiche Buchstaben, das Monogramm Christi,

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5) Anton Mailly, Niederösterreichische Sagen(= Eichblatts DeutscherSagenschatz, Bd. 12), Leipzig- Gohlis 1926.

Josef Pöttinger, Niederösterreichische Volkssagen. Verbesserte Neu-ausgabe. Wien 1950.

Keinerlei Sagen enthält dagegen Rudolf Büttner, Burgen und Schlösser( im) Dunkelsteinerwald(= Burgen und Schlösser in Niederösterreich, Bd. II/ 2),Wien 1973.

6) Gustav Gugitz, Österreichische Gnadenstätten in Kult und Brauch,Bd. 2: Niederösterreich und Burgenland, Wien 1955.

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