Feuilleton, betitelt„ Ruine Hohenegg“ ein bemerkenswerter Durch-bruch. 1877 erschien diese Wanderskizze des begabten, aber sehr ein-seitigen Guido von List, die späterhin in seine Feuilletonsammlung,, Deutsch- Mythologische Landschaftsbilder" aufgenommen wurde²).List hat mit einem Freund zusammen den Dunkelsteinerwald wirk-lich erwandert, hat die Ruinen besucht und sich von einem Einheimi-schen Schatzsagen, die daran hafteten, erzählen lassen. Er hat wohlauch als erster den Zenostein bei Hafnerbach als Spurstein erkannt,und wenn er seiner Lehrmeinung folgend den Steinblock als„, wuota-nistischen Opferstein“ bezeichnete, so war er nur der Vorläufer fürviele Nachbeter, die aus dieser pseudomythologischen Erklärungsartbis heute nicht herausgefunden haben. Wieder fünfzig Jahre später,1928, schon nach dem Ersten Weltkrieg, erschien dann das erste undlange Zeit einzige Heimatbuch der Landschaft, das gute„ Dunkel-steiner Heimatbuch" des Lehrers Hubert Schützner, das neben dentopographischen und historischen Angaben auch Sagenaufzeichnun-gen brachte³). Wieder ein halbes Jahrhundert später, 1978, ist dannschließlich das vorzügliche Buch ,, Melk und der Dunkelsteinerwald"des Historikers Wolfgang Häusler erschienen4). Häusler, ein Kinddieser Landschaft, hat sich den Dunkelsteinerwald von Jugend aufgenau erwandert, kennt sich in der Geologie und Mineralogie derLandschaft nicht weniger gut aus als in den historischen Denkwürdig-keiten, die er methodensicher vorzuführen weiß. Auch bei ihm sinddie Sagen und Legenden eingeflochten.
Sicherlich hat es zwischen den Erscheinungszeiten dieser vierVeröffentlichungen manche Publikationen gegeben, die man dankbarzu Rate ziehen muß. Es sind vor allem die Sagensammlungen zunennen, die, wenn auch sehr häufig nur liebhabermäßig oder gar kin-derbuchartig verfaßt, manchmal doch Aufzeichnungen enthalten, die
2) Guido List, Deutsch- Mythologische Landschaftsbilder. Zweite, starkvermehrte Auflage mit zahlreichen Illustrationen und zwei Kartenbeilagen, Bd. I,Wien o. Jg., S. 328 ff. Zuerst veröffentlicht als„, Ruine Hohenegg" in: DeutscheAlpen- Zeitung, Wien 1877.
3) Hubert Schützner, Der Dunkelsteinerwald. Melk 1928.
4) Wolfgang Häusler, Melk und der Dunkelsteinerwald. Wien und
München 1978.
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