deutschen Nordwesten sieht, bezeichnet am besten der Satz Bauches: ,, Die Klage umden Verfall dieser als„ Bauernkultur verallgemeinerten Formen gehört zu derdialektischen Widersprüchlichkeit bürgerlichen Selbstbewußseins." Ohne solcheUrteile kommt Konrad Bed albei seiner Darstellung der„, Bäuerlichen und bürger-lichen Wohnkultur Nordostbayern in Inventaren des 16. und 17. Jahrhunderts" aus.Ein Gegenstück für neuere Zeiten bietet Klaus Roth mit seinen Ausführungenüber ,, Die Eingliederung neuen Mobiliars und Hausrats im südlichen Münsterlandim 17. bis 19. Jahrhundert". Das Gegenstück dazu stellt Ruth Mohrmann mitihrem Beitrag über ,, Die Eingliederung städtischen Mobiliars in braunschweigischenDörfern, nach Inventaren des 18. und 19. Jahrhunderts" dar. Im ganzen zweifellosein methodisch und sachlich wichtiger Referatsbestand.
Hermann Kaiser, Handwerk und Kleinstadt. Das BeispielRheine/ Westf.(= Beiträge Heft 7) 501 Seiten.
Die wuchtige Dissertation des Siuts- Schülers Kaiser bietet eine Gesellschafts-und Wirtschaftsgeschichte der kleinen Stadt Rheine. Von der Bevölkerungsentwick-lung der 650jährigen Stadt geht es zur Berufsstruktur, und weiter insbesondere zuden Handwerkern und deren Bedeutung für die städtische Politik. Daran findet sichdie Geschichte der Gilden und Ämter angeschlossen, wobei die Schneidergilde, dieFleischhauergilde, die Bäckergilde, die Schuhmachergilde herausgehoben erschei-nen. Die ,, Ämter“ umfassen die ,, Wandmacher", die Tuchscherer, die Schreiner, dieSchmiede, die Kupferschmiede und die Knopfmacher. Aus diesen quellenmäßigerarbeiteten Kapiteln ergibt sich der Überblick über die ökonomische Lage derHandwerker und schließt ein Überblick über das Hereintragen der Handwerker-vereine und-korporationen bis in die Gegenwart.
Volker Gläntzer, Ländliches Wohnen vor der Industrialisierung(= Beiträge Heft 12) 1980. 306 Seiten, mit 41 Abb. im Text.
Diese bei Wiegelmann gearbeitete Dissertation steht gewissermaßen auf der,, anderen Seite“ der Bauernhausforschung. Ähnlich wie in verschiedenen Arbeitender Bonner Schule wird also auf das ,, Wohnen" selbst der Hauptwert gelegt, wobeizunächst die Nachbarwissenschaften( Geschichte, Naturwissenschaften, Medizin,Landwirtschaftswissenschaften) nach ihrer Stellung zu diesem Problem befragtwerden. Dann kommen die drei Hauptabschnitte, die vielleicht an Wilhelm HeinrichRiehl orientiert sind: Wohnen in Niederdeutschland, in Mitteldeutschland, in Ober-deutschland. Nicht umsonst hat sich Wiegelmann so energisch für Riehl eingesetzt( Jahrbuch für Volkskunde, Bd. II 1979), das kommt hier bei seinem SchülerGläntzer doch zur Geltung. Die Heranziehung von literarischen Zeugnissen des18. und frühen 19. Jahrhunderts bedeutet jedenfalls eine gewisse Bereicherungunserer Kenntnisse.
Gemeinde
im
Wandel. Volkskundliche
Gemeindestudien in
Europa. Beiträge des 21. Deutschen Volkskundekongresses in Braunschweig1977, Hg. Günter Wiegelmann(= Beiträge Heft 13) 215 Seiten.
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