( 1785-1866) wird man dagegen freudig begrüßen, auch wenn sie mehr als einhalbes Jahrhundert älter als Bohnenbergers Aufzeichnungen sind.
Leopold Schmidt
Beiträge zur Volkskultur in Nordwestdeutschland. Herausgegeben von der Volks-kundlichen Kommission für Westfalen, Landschaftsverband Westfalen- Lippe.Verlag F. Coppenrath, Münster in Westfalen.
Die rührige westfälische Volkskunde hat seit 1972 begonnen, eine Schriften-reihe herauszugeben, die vom Verlag F. Coppenrath betreut wird. Auf die erstenBände war bereits hinzuweisen; auch wenn es nicht möglich ist, alle weiteren Bändesogleich nach Erscheinen hinzuweisen, soll hier doch auf den raschen Fortschritt derReihe wenigstens hingedeutet werden. Es sind äußerlich schlichte Bände, zum Teilvon ungleichem Format, durchwegs in Reprodruck hergestellt, aber mit sauberenAbbildungen. In einigen Fällen handelt es sich um Doktordissertationen, die beiHinrich Siuts oder bei Günter Wiegelmann gearbeitet wurden. Die Betreuung derReihe leistet im wesentlichen wohl Dietmar Sauermann.
Und nun wenigstens einige Titel von 1974 bis 1980:
Töpferei in Nordwestdeutschland. Hg. Wingolf Lehnemann. Vorträge derJahrestagung 1974 der Volkskundlichen Kommission für Westfalen. 2. Aufl.(= Beiträge Heft 3). 291 Seiten, mit zahlreichen Abb. DM 10,-.
Es handelt sich um die Vorträge der in Vreden 1974 abgehaltenen Tagung, inder 2. Auflage durch Hinweise auf neuere Funde ergänzt. Die Beiträge stammen vonDieter Zoller, Hans- Georg Stephan, Wilhelm Elling, Ernst Helmut Seg-schneider, Helmut Müller und dem Herausgeber Wingolf Lehnenmann.Bemerkenswert das Abwägen der landschaftlichen Eigenleistung gegenüber demvon vielen Seiten erfolgten Import.
Kulturelle Stadt- Land- Beziehungen in der Neuzeit. Hg. Günther Wiegelmann(= Beiträge Heft 9) 1978. 337 Seiten, Kärtchen und Strrichzeichnungen imText.
Hier handelt es sich um die Vorträge bei der entsprechenden Arbeitstagung inMünster 1977. Günter Wiegelmann hat im Sinn der schwedischen Ethnologie ein-geführt, mit ,, Kulturfixierung" ,,, Formenisolierung" u. ä. Peter Schöller beschäf-tigt sich in kulturgeographischem Sinn mit ,, Formen und Schichten kultureller Stadt-Land- Beziehungen“. Olof Wärneryd berichtet in englischer Sprache über,, Raum und Zeit in der Sicht des Geographen“. Hans Heinrich Blotevogelbefaßt sich mit ,, Kulturellen Zentralfunktionen", wobei etwa die Geburtsorte derStudenten in Münster im 18. Jahrhundert kartographisch festgehalten erscheinen.Seinen Diffusions- Kristallogrammen gegenüber muten die Karten von FriedhelmDebus zu den ,, Stadt- Land- Beziehungen in der Sprachforschung" noch etwas ver-trauter an. Den wirtschaftlichen Gegebenheiten näher muten die Ausführungen desHamburgers Ulrich Bauche über ,, Reaktionen auf städtische Kulturvermittlung"an, die Beispiele aus dem Hamburger Umland bringen. Wie man alle diese Dinge im
274