Jahrgang 
84 (1981) / N.S. 35
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überhaupt die Rede sein kann. Die Psychoanalyse ist die Veranlassung dafür, daßdann ein eigenes Kapitel, Psychologische Fragestellungen folgt. Dann kommenGliederungsversuche wie, Witztechnik und Sprache oder Komische Konfliktemit der Logik" oder, Komische Konflikte mit Moral, Sitte und Anstand", und esergibt sich, daß es sich dabei doch im wesentlichen um Gliederungen nachstofflichen Hauptmotiven handelt. Dem entspricht auch die Fortsetzung in Richtungauf den Irrenwitz, den Medizinerwitz, den konfessionellen Witz, den politischenWitz, und nicht zuletzt den, Ethnischen Witz", wo sich auch ,, Der Witz der großenStädte und, Der jüdische Witz findet. Einen selbständigen Anhang bilden dieAusführungen über den ,, Bildwitz, einem Gebiet, dem sich Röhrich schon von ver-schiedenen Seiten genähert hat.

Das Material, also die Witze selbst, sind aus den verschiedensten Quellen ge-nommen. Die wenigsten stammen wohl aus der mündlichen Überlieferung, diemeisten aus Zeitungen und Zeitschriften. Für viele Gebiete wie etwa für den Medi-zinerwitz gibt es seit langem Spezialsammlungen, die meist eine Mischung vonAnekdoten- und Witzsammlungen darstellen. Ähnliches gilt für das sehr umfang-reiche Gebiet der Soldatenwitze. Röhrich hat in vielen Fällen die derben, drasti-schen, oft auch die sexuell motivierten Witze als Beispiel genommen. Das bedingt beider Quellenlage, daß es sich vielfach um intellektuell ,, Gemachtes" handelt, nicht umVolkstümliches. Daher auch viel Kurzlebiges, beispielsweise aus dem, DrittenReich", worüber es wiederum mehrere Spezialsammlungen gibt. Einen großen Teildieser oft sehr versteckt erschienenen Literatur hat Röhrich selbstverständlich indem Bibliographischen Anhang seines Buches kapitelweise zusammengestellt.

Die Originalausgabe des Werkes hat sich anscheinend im Buchhandel großerBeliebtheit erfreut, weil jetzt, 1980, bereits eine Taschenbuchausgabe( übrigensungekürzt) davon erschienen ist. Wenn ich recht sehe- an der geringeren Lesbar-keitsqualität- ist es wohl ein ,, Reprint", ein mechanischer Neudruck.

Leopold Schmidt

Opera concordi. Festschrift für Arnold Niederer zum 65. Geburtstag.Herausgegeben von Ueli Gyr. Basel 1980, 260 Seiten, mehrere Abb., 1 Por-trät. Ausgeliefert von der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde, Baselsfr. 65,-.

Hans Caspar Hirzel, Kleinjogg oder Tun und Denken einesnaturnahen, glückseligen Bauern. Vorwort von Hans A. Pesta-lozzi, Einleitung von Rolf Pfister. 152 Seiten, mit mehreren Kupferstichen.Zürich 1980, Schweizer Verlagshaus AG. DM 19,80.

Dem Zürcher Ordinarius für Volkskunde hat die Schweizerische Gesellschaftfür Volkskunde ein Doppelheft ihres Archives" als Festschrift zum 65. Geburtstaggewidmet. Dank ihrer Aufgeschlossenheit konnte dieses Heft nunmehr auch alsselbständiger Festschriftband geliefert werden.

Leben und Werk Niederers werden von seinem Schüler Ueli Gyr in dem be-merkenswerten, auch sehr umfangreichen Einleitungsbeitrag,... mit Bezug auf..."Einblicke in die Lehr- und Forschungstätigkeit des Volkskundlers Arnold Niederer.

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