schichte" deutet an, bei wem Haiding gelernt hat, und woraus auch weiterhin nochmanches zu lernen wäre. Nicht alles, was in den letzten Jahrzehnten auf diesen Ge-bieten gearbeitet wurde, dürfte dabei schon erfaßt sein. Aber innerhalb seiner Gren-zen hat Haiding für diese Bereiche doch viel geleistet.
Leopold Schmidt
Anton Wieser, Der Vierbergelauf. Ein Kärntner Brauch. Texte: FredDickermann, Fotographie: Anton Wieser. Kärntner Druck- und Ver-Klagenfurt( 1981), 95 Seiten mit 56 Farbfotos und einerKartenskizze( Quer- Oktav).
lagsgesellschaft
Die nachösterliche Bedefahrt am Dreinagelfreitag über die vier Berge im Hin-terland der alten Kärntner Herzogsstadt St. Veit zieht selbst Außenstehende immerwieder in ihren Bann. So entstanden die umfassenden Untersuchungen HelgeGerndt's zu diesem Brauch und so kamen neuerdings und nicht von ungefähr wiederzwei Rundfunkleute zu einer Reportage darüber. Ihr Kernstück ist die schöne,keineswegs überzogene Folge von Farbfotos, die uns den gesamten Brauchablauf inseinen Grundzügen und mit vielerlei Randdetails miterleben läßt. Ein zeitnahesDokument also, das uns die eigenartige Lebendigkeit dieser Wallfahrt bestätigt unddas zugleich mit seinen Rahmentexten das herkömmliche Beiwerk für jene liefert,die ,, viel Theoretisches“, das darüber geschrieben worden ist, kaum erreicht. DemTextschreiber hätte dessen genaueres Studium freilich nicht geschadet, und viel-leicht sollte man bei einer sicher kommenden weiteren Auflage wenigstens dasWichtigste dazu anführen. Warum eigentlich scheut man sich auch, manche neueErkenntnisse unseres Faches und gewissen Korrekturen wenigstens im kleinen vor-zunehmen? Dem schönen Dreinagelfest hin über Berge und Täler Kärntens würdedamit kaum Abbruch geschehen. Den unentwegten Teilnehmern am Vierbergelaufgilt so oder so ja auch unsere Sympathie. Wirklich gelungen und eigentlich erstmaligaber sind die Aufnahmen und Impressionen Anton Wiesers. Sie zaubern uns nichtnur einen alteingesessenen religiösen Brauch in den Pastelltönen des ersten Früh-lings vor Augen, sondern zeigen noch viel mehr, nämlich das Volk und die Menschendieses Landes und dessen schöne Glantaler Landschaft.
Oskar Moser
Reinhard Worschech, Bildstöcke. Wahrzeichen der Landschaft.rosenheimer( Rosenheimer Raritäten), Rosenheim 1981. 160 S., 8 Farbtaf.,zahlreiche Abb.( s/ w), Zeichnungen von G. F. Koller.
Überblickt man die Einlaufliste zum Thema Bildstock- und Flurdenkmalfor-schung der Bibliothek des Österr. Museums für Volkskunde( siehe ÖZV BandXXXV/ 84, Heft 2, 1981, S. 132-140), so wird man dieser entnehmen, daß schon infrüher volkskundlicher Zeit für jene Male Interesse bestanden hat, daß aber be-sonders in den letzten Jahren sich immer mehr Autoren diesem Thema widm( et) en.Zumeist jedoch immer gemessen am Einlauf unserer Bibliothek sind dieseWerke auf eine bestimmte mehr oder minder kleine Region beschränkt. Dies aller-dings darf nicht verwundern, haben wir es doch mit einem Sachgebiet zu tun, das an
-
-
264