Jahrgang 
84 (1981) / N.S. 35
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gemeinde Leoben, geleitet von Günther Jontes, Bd. 8, Leoben 1980,310 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen.

Abermals scheint es geboten, auf den, Leobener Strauß" hinzuweisen, der sichimmer mehr auch als Veröffentlichungsorgan der obersteirischen Volkskunde aus-weist. Im vorliegenden Band sind gleich drei Artikel enthalten, die hierher gehören.

Zunächst der umfangreiche Beitrag von Günther Jontes selbst, über ,, DasLeobener Jesuitentheater im 17. Jahrhundert", der nicht nur der Theatergeschichtezuzuordnen ist, sondern auch intensiv das Erbe des Jesuitentheaters im Volksschau-spiel verfolgt. Volksschauspiel als bedeutsames Erbe der Gegenreformation, das istselbstverständlich in der Obersteiermark ein wichtiges Thema, und Jontes hatwieder manches an archivalischen Quellen dazu erschlossen.

Dann legt Helmut Eberhart einen weiteren Beitrag zu seinen Studien überdie einstmals bedeutende Wallfahrt Maria Freienstein vor. Es handelt sich diesmalum ,, Das Mirakelverzeichnis von Maria Freienstein aus dem Jahre 1762", mitgenauer Interpretation der Eintragungen. Nur zu S. 136: Bei der Eintragung von1729 wird es sich bei ,, Künne doch um das Kinn gehandelt haben. Vielfach bemer-kenswert die Mitteilungen über Unfälle, Katastrophen und Überfälle; da liest sichdas Mirakelbuch doch beinahe wie der Chronikteil einer heutigen Tageszeitung, mitRaub und Mord und seltsamen Prozessen.

Schließlich ein wichtiger Beitrag zur Sachvolkskunde: Dieter Weiß hat die,, Inventare des einstigen Stift Gössischen Amtes Gams als Quelle zur Kenntnisbäuerlichen Transportgerätes bearbeitet. Ein Gegenstück zu der schönenVeröffentlichung von Olaf Bockhorn also, über die oben( ÖZV XXXV 84, 1981,S. 55 f.) zu berichten war. Die in der Tradition von Geramb und Oskar Moser durch-geführte Arbeit ist auch mit 14 Abb. und 9 Fig.( Strichzeichnungen) vorzüglich illu-striert, welche das Beharren dieser Schlitten, Karren und Wagen in den von denalten Inventaren dargetanen Traditionen erweisen.

Von den anderen Beiträgen dieses 8. Bandes des ,, Leobener Strauß seien nochbesonders die Beiträge von Elfriede Schmidt über die ,, Geschichte des Nadler-handwerks in Leoben und die Mitteilung von Hans Pienn über ein, Kreditan-suchen Johann Max Tendlers von 1846" erwähnt. Jede Mitteilung zum Leben undWirken des vielseitigen Leobener Puppen- und Krippenkünstlers Tendler ist dochwillkommen.

Leopold Schmidt

Karl Haiding, Stiertreiber und Stiergrössing( aus: Festschrift 150 JahreJoanneum. Graz 1969. S. 389-404, mit 16 Abb. auf Tafeln)

Karl Haiding, Die Seilspann hölzer des steirischen Ennsbereiches( in: Festschrift für Robert Wildhaber, Basel 1973. S. 224-234)

Karl Haiding, Fahrzeuge der obersteirischen Bergbauern( in: Folke-livs studier, Bd. 4, S. 227-260)

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