Jahrgang 
84 (1981) / N.S. 35
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der Volkskunde her, und setzt wohl auch damit die Linie seiner bedeutenden Vor-gänger fort. Die Heimatblätter mit ihren schönen Beiträgen und ihren oft durch-aus kritischen Buchbesprechungen sind unter ihm wieder eine würdige Nachfolgevon Depinys ,, Heimatgauen geworden.

Leopold Schmidt

Reformation, Emigration, Protestanten in Salzburg. Katalog der Ausstellung aufSchloß Goldegg, Pongau. Katalogredaktion Friederike Zaisberger.334 Seiten mit zahlreichen Abbildungen. Salzburg 1981, Amt der SalzburgerLandesregierung, Kulturabteilung.

Das 250- Jahr- Gedenken der Protestantenvertreibung aus dem Lande Salzburgwar der Anlaß für eine große Landesausstellung, die vom 21. Mai bis 26. Oktober1981 auf Schloßẞ Goldegg stattfand. Der dazu vorgelegte Katalog, vorzüglich gear-beitet und ausgezeichnet illustriert, erscheint als ein bleibendes Denkmal der Ver-anstaltung. Sicherlich ist sehr viel an Material dazu schon in früheren Veröffent-lichungen vorgelegt worden, vor allem in den Büchern in Angelika Marsch( DieSalzburger Emigration in Bildern, Weißenhorn 1977; Bilder zur Augsburger Kon-fession und ihren Jubiläen, Weißendorn 1980). Aber hier konnten nicht nur zahl-reiche Objekte vorgelegt, katalogmäßig erfaßt und gut abgebildet werden, es warauch Gelegenheit, in einer Reihe von Einzelbeiträgen das Thema von den verschie-densten Seiten durch zuständige Autoren erörtern zu lassen.

Hier ist nur darauf hinzuweisen, daß die Emigranten, die vor allem Bauern undBergleute waren, auch in verschiedenen volkskundlichen Beiträgen angesprochenwurden. Ausführlich hat Kurt Conrad ,, Der Bauer und sein Hof dargestellt, inkürzerer Form hat Friederike Prodinger Beiträge zur Kenntnis bäuerlichenHaus- und Arbeits- Gerätes um 1782" geleistet. Ein Beitrag über die Tracht, denman wohl hätte erwarten können, ist nicht gegeben worden, obwohl zahlreiche Bil-der, nicht zuletzt das vorzügliche Porträt der Elisabeth Oberbüchler aus St. Johannim Pongau von Antoine Pesne, das für gewöhnlich im Herzog- Anton- Ulrich- Mu-seum in Braunschweig hängt( Nr. 6.5.1), wohl dazu hätten anregen können. Dagegnist ein seltener behandeltes Kapitel, nämlich das der volkstümlichen Musik der Zeit,doch einigermaßen behandelt worden. Gerhard Walterskirchen hat sowohlüber ,, Musik und Musikinstrumente der Bauernkriege" wie über Das protestan-tische Lied in Salzburg" gehandelt. Hinzuweisen wäre auch auf den leider sehrknapp verfaßten Beitrag von Nora Watteck über das Pongauer Heimatmuseum,das nunmehr im Schloß Goldegg untergebracht ist.

Ausstellung und Katalog waren bzw. sind also auch volkskundlich anregend,wenn man sich vielleicht ein Mehr an Interpretation hinsichtlich der Volkskultur derDaheimgebliebenen wie der Ausgewanderten, beispielsweise in Ostpreußen, hätte

vorstellen können.

Leopold Schmidt

Der Leobener Strauß. Beiträge zur Geschichte, Kunstgeschichte und Volkskundeder Stadt und ihres Bezirkes. Herausgegeben vom Kulturreferat der Stadt-

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