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, Sorgen mit Sagen“
Bemerkungen zu dem unter dem gleichen Titel erschienenenArtikel von R. Wolfram
Von Max Aschenbrenner, München
Erhaltung, Pflege, Wiederbelebung von Volksbrauch, Volkstum,Volkstradition sind Anliegen unserer Zeit. Der Trachtenanzug ist mehrStatussymbol als Gesinnungsausdruck. Doch nicht von Mode und rusti-kaler Maskerade soll die Rede sein.
Bewahrt, restauriert, nachempfunden hat C. F. Wolff die Sagen derDolomitenladiner. Sein literarischer Erfolg hat dieses Kleinvolk ausSüdtirol weit herum bekannt gemacht. Wolff verdient Dank für dieseliterarische und propagandistische Leistung.
Die Wissenschaft will aber genau wissen, was echte Volksüberliefe-rung ist und was ergänzt wurde und auf welche Weise. Wolff hat keinewissenschaftlich verwendbare Dokumentation hinterlassen. Sie nach-träglich nach volkskundlichen und sprachlichen Kriterien zu erstellen istmühselig und verspricht nur mäßigen Erfolg. Es soll hier an einigenSagenelementen versucht werden.
Der Zauberer Spina da Mul- Maultiergerippe
Näheres über diesen Zauberer und Feind der Prinzessin Dolasillaist in den Dolomitensagen S. 483 und S. 494 ff. nachzulesen. Aus ande-ren ladinischen Überlieferungen ist weder der Name, noch ein anderesDetail der Wolff'schen Darstellung bekannt.
Ist der Name überhaupt ladinisch? Im badiotischen Dialekt istspina„ Dorn",„ ,, Stachel“,„ Holzschiene" u.a.m., im Grödnerischenauch„ Faßhahn“, nicht aber„ Wirbelsäule“,„ Rückgrat“,„ Gerippe“.
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