Drucke religionspädagogischer Art; c) 52 gereimte hagiographische Legenden; d) 26vermischte Gedichte, die meist Episoden aus dem Alten oder Neuen Testament zumInhalt haben; e) 24 Werke, die sich ausschließlich auf das Leben Christi beziehen; f) 23Werke zum Marienleben; g) 19 Drucke mit Prosa- Gebeten allgemeiner Art; h) 17Prosalegenden; schließlich bleiben noch Drucke unterschiedlichen Inhalts, die teilsMirakelberichte, Beschreibungen von Reliquien( und deren Funden), Prophezeihungenund anderes enthalten.
Der Autor definiert den Sprachstil dieser Drucke als„, estremamente semplice"( äußerst einfach) und bringt die Funktion mit den cantastorie, die häufig auch dieVerkäufer dieser Hefte waren, in Zusammenhang. Er betont- unseres Erachtens zurecht, daß die Hefte mehr zum Vorlesen als zum stillen Lesen gedacht waren und somitvor allem im Umkreis der Analphabeten ihre Resonanz besaßen. Das geht auch aus denEinleitungszeilen vieler Drucke hervor, wenn es etwa heißt: ,, Ich bitte euch, liebeZuhörer, daß ihr mein Sprechen aufmerksam anhört..."( Historia di San GiorgioCavalier di Christo.)
Unter den Autoren dieser Drucke tauchen auch Namen auf, die uns entweder ausdem Bereich der Straßensänger oder der Volksbuchschriftsteller bekannt sind. So ist zumBeispiel der ebenso fruchtbare wie populäre Autor des ,, Bertoldo", Giulio Cesare Croce,mit zwei religiösen Groschenheften in dieser Sammlung vertreten.
Was die beschriebenen Heiligen betrifft, so können wir aus der Bibliographieentnehmen, welche damals besonders populär waren: S. Francesco di Paula, S. Giuseppe,S. Rocco, S. Apollonia, S. Lucia, S. Margherita und S. Caterina da Siena. Aber nebenbesonders in Rom lokalisierten Heiligen wie S. Alessio und S. Eustachio finden wir auchwider Erwarten Gestalten, deren Kult in Rom kaum eine Rolle gespielt hat, wie JohannesChrysostomus( hier unter dem italienisierten Namen„ Boccadoro") und Nikolaus.
Die Bibliographie enthält auch 12 Tafeln mit Titelseiten, deren Abbildungen einenEindruck von der Bildgestaltung geben, die sich teilweise noch spätmittelalterlich erweistund teilweise frühbarock.
Indices der Autoren, der Herausgeber, Drucker und Buchhändler sowie derDruckorte ergänzen diesen nützlichen Katalog, der gleichzeitig als Band 13 der Serie,, Biblioteconomia e Bibliografia- Saggi e Studi“ erschienen ist.
Felix Karlinger
,, Laographia“ Bd. 2( Athen 1910-11) S. 734, und Band 3( Athen 1911-12) S. 751.Neudruck Athen 1980.
Die Griechische Gesellschaft für Volkskunde hat sich entschlossen, nach demNeudruck des 1. Bandes ihres traditionsreichen Periodikums( Athen 1973) nun auch dievergriffenen Bände 2 und 3 neu herauszubringen. Das ist umso willkommener, als dieersten Bände, die noch unter der Redaktion von Nikolaos Politis, dem Gründer derNeugriechischen Volkskunde überhaupt, zustande kamen, zu den reichhaltigsten undumfangreichsten Bänden zählen, die neben einer schier überwältigenden Fülle vonEinzelinformationen aus der Korrespondenz der Gesellschaft( die schon fragebogenar-tige Aussendungen veröffentlichte) eine Reihe von Studien enthalten, die damals, als sichdie Volkskunde als Lehrfach an der griechischen Universität in Athen noch nicht
210