gibt³). Die Herausgeberin mag darum in ihrem abschließenden editorial announcement( 11:48) mit berechtigtem Leistungsbewußtsein auf die letzten 10 Jahre zurückblicken, indenen das geschaffen werden konnte und nach denen sie nun sagen kann:„ During thisperiod the journal has increased to three times its original size and developed aworld- wide circulation."
Oskar Moser
Lorenzo Baldacchini, Bibliografia delle stampe popolari religiose delXVI- XVII secolo. Biblioteche Vaticana, Alessandrina, Estense. Firenze,Olschki Editore, 1980. 135 Seiten, 12 Tafeln.
Bei der großen Schwierigkeit, an populäre Drucke des 16. und 17. Jahrhundertsheranzukommen, wird man stets dankbar sein, wenn für einen Themenkomplex odereinen Bibliotheksbereich entsprechende Bibliographien herauskommen. Im vorliegen-den Fall wurde die religiöse volkstümliche Literatur gesammelt, die an den bedeutend-sten dafür zuständigen römischen Bibliotheken vorhanden ist.
Der Herausgeber unterstreicht den dokumentarischen Wert dieses Materials, dassicherlich für die Geistesgeschichte jener Zeit mehr Aussagekraft enthält als Ausgabender Kunstlyrik und-Prosa jener Jahrhunderte. Er macht auch auf die Nähe zu denOratorien aufmerksam, deren blühendste Periode wenige Jahrzehnte nach der Gründungdurch den hl. Philipp Neri und andere in Rom zu beobachten ist. Die kluge und einenguten Überblick bietende Einleitung Baldacchinis( Seite 7-26) ist ein wertvoller Beitragzum Werden der volkstümlichen Drucke in Rom. Man übersieht zu leicht, daß der Anteilan religiöser Thematik bei den frühen Einblattdrucken und Groschenheften sehrerheblich ist, und ein Seitenblick auf die( spätere)„ Bibliothèque Bleue" in Frankreichzeigt, daß in der Serie von Alfred Morin( Catalogue descriptif de la Bibliothèque Bleuede Troyes, Genève 1974) von 1389 beschriebenen Drucken 391 einen religiösen Inhalthaben.
Baldacchini gliedert die Ausgaben seiner Bibliographie einerseits in 314 Drucke inVersen und 98 Drucke in Prosa. Die Vorliebe für gereimte Versionen teilt Italien mit derIberoromania, wo vor allem die religiöse Romanze über Jahrhunderte die verbreitetsteForm innerhalb der erbaulichen Volksliteratur darstellt. Weiter unterscheidet Baldac-chini: a) 96 Werke, die hauptsächlich bestimmten Heiligen gewidmet sind; b) 67
3) Allerdings erscheint neuerdings für Schottland ein ähnliches Informationsorgan,in kleinerem Format und als„ Newsletter“ bezeichnet, unter dem Titel„, VernacularBuilding", das von der ,, Scottish Vernacular Buildings Working Group" herausgegebenwird und bis 1980 sechs Nummern umfaßt. Ebenso hat neuerdings auch Frankreich eineeigene Zeitschrift in ähnlicher Art unter dem Titel ,, L'Architecture Rurale" beim Centred'Etudes et de Recherches sur l'Architecture Rurale mit dem Sitz in Paris( 45, rue desFavorites, F- 75015 Paris), von der mir bis jetzt drei Nummern( Vol. 3, 1979) bekanntgeworden sind. Deutlich ersieht man aus diesen zunehmenden Bemühungen um diehistorischen populären Bautraditionen auch in den westlichen Ländern Europas einenbedrohlich fortschreitenden Schwund der Sachüberlieferung an sich und die Einsichteiner gewissen Vernachlässigung dieser Dinge bisher besonders gegenüber der Hochkun-st- Architektur.
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