Aufzeigen der historischen Dimensionen wertvolle Hinweise und vermerkt die alte undneueste weiterführende Literatur dazu. Es ist wirklich ein hilfreiches und zugleich auchaufschlußreiches Handbuch in ungarischer Sprache. Die vergleichende Forschung undwir Nachbarn hätten nur einen großen Wunsch, dieses Handbuch sollte wirklich durcheine Übersetzung auch international erschlossen werden.
Oskar Moser
Acta scansenologica, hrsg. von Jerzy Czajkowski- Muzeum Budownictwa Ludowegow Sanoku, Tom I, Sanok 1980, 260 Seiten, zahlreiche Fotos, Pläne, Risse undKarten.
In den letzten Jahren erlebte Polen einen ungewöhnlichen Aufschwung und Trendzur Errichtung von Freilichtmuseen, die man hier auch nach dem Stockholmer Vorbildals ,, skansen“ bezeichnet. Das Land besitzt jetzt bereits 33 eröffnete bzw. vor derEröffnung stehende Museen dieser Art, wenn auch von unterschiedlicher Größe undZielsetzung; 26 weitere sind in Vorbereitung. Von den erstgenannten FreilichtmuseenPolens wurden bisher insgesamt 757 Bauten einschließlich der Kleinarchitektur übertra-gen, davon 147 Wohn- und Hauptgebäude und 211 Wirtschaftsobjekte. Hinter diesenerstaunlichen musealen Leistungen steht die Erkenntnis im Sinne einer hier abgedruck-ten Schlußresolution( S. 259),: die Gesellschaft im Geiste der Pietät gegenüber denVolks- und nationalen Traditionen zu erziehen sowie wissenschaftlichen und didakti-schen Notwendigkeiten entgegenzukommen und den nächsten Generationen die Errun-genschaften der bodenständigen Kultur zu erhalten". Dahinter stehen aber begreiflicher-weise auch gewaltige Aufwände an Arbeit und Material und noch mehr- wie jederMuseumspfleger weiß- an wissenschaftlicher Vorarbeit, an Problemen und Risiken inder praktischen Verwirklichung solcher Einrichtungen.
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Dazu legt nun im Anschluß an die Fachtagung des Verbandes europäischerFreilichtmuseen vom Mai 1978 der überaus rührige Direktor des derzeit größtenpolnischen Freilichtmuseums in Sanok( Bez. Rzeszów Südost- Polen), Dr. JerzyCzajkowski, diesen wirklich beeindruckenden I. Band seines Museums vor. Dieserist dem bekannten polnischen Museologen und Volkskunstforscher Professor Dr. RomanReinfuss zusammen mit einer Würdigung und Bibliographie zur Vollendung seines70. Lebensjahres gewidmet und enthält sieben Arbeiten, die sich mit Entwicklungs- undmuseumstechnischen Fragen, Problemen der Klassifizierung, Aufstellung und Situierungsolcher Museen befassen. Ein weiterer umfangreicher Schlußteil gibt einen ersten undsehr detaillierten Übersichtsbericht zu den derzeitigen polnischen Dorf- und Parkmuseenvom Typ ,, Skansen“. Jerzy Czajkowski, der Herausgeber, ist mit zwei Aufsätzen überbesondere Fragen der sachgerechten Einrichtung und„, Belebung“ derartiger Museensowie über die sehr wichtige Frage von ,, Landwirtschaftsausstellungen in ethnographi-schen Freilichtmuseen" vertreten. Er gilt als Verfechter einer streng sachlichen und derWirklichkeit im Zeitlichen wie im Sozialen entsprechenden Darstellung und holt dazuBeispiele u. v. a. auch aus dem Österreichischen Freilichtmuseum in Stübing. HenrykOlszański( Sanok) legt die bautechnischen und konservatorischen Dokumentationsauf-gaben in solchen Museen dar. Tünde Zentai vom Ungarischen FreilichtmuseumSzentendre erläutert die Vorhaben seines Museums( Sektor VII) für das südlicheTransdanubien und gibt dabei eine ausgezeichnete, besonders für uns wichtige Übersichtdieser Hauslandschaften in den Komitaten Zala, Somogy, Tolna und Baranya( Hauscha-
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