Backofen, ein Hofbrunnen und ein Hausgarten, wie sie für das Pustertal typisch sind,runden diese Hofgruppe ab. Entlang eines Wasserlaufes stehen eine Mühle, eineStampfe, Schmiede und Sägewerk. Seit der Eröffnung im vorigen Jahr konnte auch schondas Anwesen eines Kleinhäuslers aufgestellt werden. Im Freigelände fehlt nur noch dieBrechelhütte.
Wie Hans Grießmair bei der Eröffnung ausführte, ist keinesfalls daran gedacht,sämtliche Südtiroler Gehöfetypen in das Freigelände zu übertragen. Neben dentechnischen Schwierigkeiten, die eine Transferierung von Steinbauten, wie sie in Südtirolüberwiegen, mit sich brächte, wäre auch die Vielfalt der Hauslandschaften nurunzureichend darzustellen. Durch die Bewahrung von Denkmalhöfen und durchMaßnahmen des Ensembleschutzes seien auf diesem Gebiet sinnvollere Ergebnisse zuerzielen. Kriterium für die Auswahl der Gebäude bildete daher nicht die landschaftlicheHerkunft, sondern ihre funktionale Stellung innerhalb einer Gehöfteeinheit. Zusätzlichsteht das Südtiroler Volkskundemuseum unter einem sozialgeschichtlichen Leitgedan-ken. Das Tagwerkerhaus, der autarke Bauernhof und der adelige Ansitz sollen nämlichgleichzeitig die alte bäuerliche Sozialstruktur des Landes verdeutlichen. Innerhalb diesesKonzeptes nimmt der herrschaftliche Gutshof eine zentrale Stellung ein. Über seineRolle als Museumsobjekt hinaus soll nach Abwanderung der Schule im Hauptgebäudedie Schausammlung an Möbeln, Hausrat, Trachten, religiösen Zeugnissen, usw. unterge-bracht werden. Im nebenstehenden großen Wirtschaftsgebäude, das bereits adaptiertwurde, sollen die Geräte der Viehhaltung, des Fuhrwesens, des Ackerbaues und derFeldwirtschaft Aufstellung finden. Das Südtiroler Volkskundemuseum wird nach seinerendgültigen Fertigstellung somit Studiensammlung und Freilichtmuseum vereinen,Systematik und Funktion wissenschaftlich und didaktisch eindrucksvoll zur Geltungbringen und damit höchsten musealen Ansprüchen genügen. Man kann sich imFreigelände davon bereits überzeugen.
Anläßlich der Eröffnung brachte die Südtiroler Landesregierung eine reichbebilderte Informationsschrift( 10. Jg. II/ 1980, Nr. 25) über das Landesmu-seum für Volkskunde heraus. Sie enthält neben dem Statut die Begrüßungsansprache vonLandesrat Dr. Anton Zelger, der darin den Werdegang des Museums nachzeichnet,und das Referat von Dr. Hans Grießmair über Konzept und Aufgabe des Landes-Volkskundemuseums. Weiters werden in einem kurzen Überblick die Südtiroler Museenmit volkskundlichen Beständen vorgestellt und in einem schönen Bildteil das Augenmerkauf die reiche und erhaltungswürdige Bausubstanz gelenkt. Eine wirklich informativeSchrift, die gleichzeitig als Führer durch das Südtiroler Landesmuseum für Volkskundedient.
Franz Grieshofer
Karl Springenschmid+
Am 15. März 1981 ist in Elsbethen bei Salzburg der Schriftsteller Karl Springen-schmid gestorben. Der am 19. März 1897 in Innsbruck geborene, sein Leben lang denAlpen verschriebene Mensch war als Wandervogel, als Weltkriegsoffizier, als Politiker,als Lehrer weithin bekannt. Wirkliche Bedeutung bekam sein Name doch durch seinezahlreichen Veröffentlichungen, die zum Teil autobiographischen Charakter hatten.
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