von Wasserleichen ist vorhanden. Vor dem Fischerhaus stehen die alten Plättenaufgebockt. Es sind Fahrzeuge des Wassertransports, Floßziehens und der Fischerei,riesige Boote, die versenkt waren und gehoben wurden. In diesen stand der Chor bei derEröffnung und sang das Madrigal„ Fahren wir froh im Nachen" sowie ein altesFlöẞerlied. Vom Gang des Fischerhauses, dessen Holzbild Reinhard Egger schuf,gaben Oberrat Dr. Berner, Oberforstrat Dipl.- Ing. Gradnitzer, Komm.- RatSteiner und Steuerberater Berta Steiner ihre Stiftungen kund. Über die Frühge-schichte Seebodens sprach Bgm. Mag. Dr. Kurt Ertl und sagte auch für weitereDenkmalpflege Hilfestellungen zu. Selbst die Werft Korneuburg trug durch einen Ankerzur Erinnerung an den ersten Dampfer am Millstätter See bei. Mit Fischkostprobengeselchter Lachse und einem Umtrunk fühlte man sich im Fischermuseum wohl, wennauch keine Verstärker und kein ORF dabei waren. Seeboden und Spittal haben wiedereinmal ein Beispiel der Selbsthilfe erbracht.
Helmut Prasch
Südtiroler Volkskundemuseum in Dietenheim eröffnet
Die Meldung ist zwar nicht mehr ganz aktuell, doch das Ereignis von weitreichen-der Bedeutung. Ohne großes Aufheben wurde Anfang Oktober 1980 in Dietenheim beiBruneck im Pustertal das Südtiroler Volkskundemuseum eröffnet. Ein lang gehegter undmit Ausdauer verfolgter Plan ist damit Wirklichkeit geworden. Eigentlich ist es javerwunderlich, daß Südtirol noch über keine entsprechende museale Institution verfügt,wenn man bedenkt, wieviel wertvolles Kulturgut dem Land durch private Sammelleiden-schaft und durch den Antiquitätenhandel verlorenging. Solange die überkommenebäuerliche Lebenswelt Bestand hatte, schien keine Notwendigkeit gegeben zu sein. Erstals man merkte, daß sich durch die Mechanisierung und Modernisierung die alteOrdnung in einem immer schneller fortschreitenden Prozeß auflöste, wurde in den 60erJahren der Wunsch nach einem Volkskundemuseum wach.
In Dr. Hans Grießmair, der bereits 1970 im Verein für Volkskunde in Wienerstmals über den Stand des volkskundlichen Musealwesens in Südtirol berichtete, fandman bald die geeignete Persönlichkeit. Ihm übertrug man die Konzeption und dieRealisierung des Museumsprojektes. Als erstes Problem galt es die Standortfrage zulösen. Die Wahl fiel auf den landeseigenen Ansitz ,, Mair am Hof" in Dietenheim, derjedoch von der landwirtschaftlichen Haushaltungsschule besetzt war. Nach langwierigenVerhandlungen konnte die Zusicherung zur Absiedlung erreicht werden.( Inzwischenwurde mit dem Neubau der Schule begonnen.) Mit dem Landesgesetz zur ,, Errichtungdes Südtiroler Landesmuseums für Volkskunde“ und einem entsprechenden Statutwurde im Jahr 1976 auch die rechtliche Grundlage geschaffen.
Nun konnte der Aufbau konkret in Angriff genommen werden. Man begann, aufdas 2,5 ha große Areal, das zum ehemaligen Herrensitz ,, Mair am Hof“ gehört, einzelneGebäude zu übertragen: ein aus dem 16. Jahrhundert stammendes Wohnhaus ausMühlwald, einen strohgedeckten Stadel von Schlaneid am Salten und ebenfalls ausMühlwald einen Pfostenspeicher. Eine Rarität ersten Ranges stellt die Erwerbung einesKornkastens aus dem Jahr 1497 dar. Er gilt als das älteste erhaltene Holzbauwerk imOstalpenraum und wurde bereits zu einem Symbol für das Museum. Ein freistehender
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