sehr nützliche Übersichtskarte der Regionen Frankreichs beigegeben wurden. Allerdingsist bei Gwyn I. Meirion- Jones nicht mit einer umfassenderen Vollständigkeit zu rechnen.Oskar Moser
Katalog der Ausstellung ,, Bulgarische Volkskunst". Österr. Museum für Volkskunde imEthnographischen Museum Kittsee. Kittsee 1980. Brosch. 59 Seiten und Bildteilmit Karten.
Schloß Kittsee im nördlichen Burgenland mit seinem„ EthnographischenMuseum" als dem„ Fenster nach dem Osten und Südosten" bringt mit seiner in denerweiterten Räumlichkeiten untergebrachten Ausstellung„, Bulgarische Volkskunst“ einReizvolles, wenn auch in der Themenabgrenzung Umstrittenes zur Schau. Um diesvorwegzunehmen: Hier ist wirklich„, Volkskunst", und zwar jene der Bulgaren alsSprach- und als Bekenntnisnation mit einer auch als solche ins 7. Jh. n. Chr.( Einwande-rungszeit und Slawisierung der Bevölkerungssubstrate) zurückreichenden bulgarischenGeschichte und Kultur dargeboten, in die gewiß viele Elemente des Thrakischen,Makedonischen, Griechischen und anderer pontischer Kulturen einmündeten. Aber imGegensatz zum monumentalen, bilder- und kommentarreichen Werke des Kunsthistori-kers Atanas Boschkov„ Die bulgarische Volkskunst"( Recklinghausen 1972), der inder, wie man weiß, heute aus kulturpolitischen Gründen überstark betonten ,, Kontinui-täts"-These auch das auf dem heutigen Staatsgebiete überreich gefundene Kulturerbevon Jahrtausenden(!) vor der Onogur- und Protobulgaren- Landnahme bereits als,, bulgarische Volkskunst" bezeichnet( vgl. die Auseinandersetzung mit dieser These vonL. Kretzenbacher, Zs.„ Südost- Forschungen" XXXII, München 1973, 479–481),wird hier zu Kittsee und im Katalog wirklich die„, bulgarische" Volkskunst in Textilienwie in der Goldschmiedekunst, in Silberschmuck und Kupfertreibarbeiten, in Gerätenund Hausrat verschiedener Volkskulturlandschaften zwischen dem heutigen Thrakien,der Sredna Gora und den so sehr konservativ Altertümliches bewahrenden Rhodopengezeigt. Den auf Kunstdruckpapier sehr ansprechend gestalteten Katalog leitet K. Beitlein( 11-15), wenn er Stellung und Persönlichkeiten der bulgarischen Volkskundefor-schung vorstellt. Der Kittsee- Betreuer Felix Schneeweis( 16-18) und die bulgarischeVolkskundlerin Elena Kolewa führen die ausgestellten Stücke( 19-57; mit Ergänzun-gen der Kurztexte von. F. Schneeweis) vor. Ein kleines Literaturverzeichnis( 58 f.,freilich ohne die bulgarischen Originaltitel) und ein Tafelteil( 14 Abb.) beschließen denKatalog. Ihm ist noch ein Satz von sieben knapp, aber gut kommentierten, freilich allzustark verkleinerten Volkskundekarten( Kulturlandschaften, Webstuhlverbreitung,Trachtentypen, Hausformen) aus jenem immer noch wichtigsten Werke einer ,, Bulgari-schen Volkskunde" von Christo Vakarelski( Grundriß der Slavischen Philologie u.Kulturgeschichte, hrsg. von M. Vasmer, Berlin 1969) beigegeben, das bereits 1965 zuBreslau in polnischer Sprache erschienen war( Vgl. ÖZV XXIII/ 2, 1969, 199 f.).Kittsee- Kataloge werden also zu den gleichen wertvollen kleinen„, Handbüchern", wiewir sie seit Jahrzehnten aus dem Mutterhause, dem Österreichischen Museum fürVolkskunde in Wien, erhalten und bewahren.
Leopold Kretzenbacher
130