wohl ebenso für eine„, bestimmte Kochtechnik“ zutrifft, wie Anni Gamerith seit langemnachzuweisen und aufzuzeigen bemüht ist. Ebenso aktuell gerade auch aus österreichi-scher Sicht sind dann ,, Wärmeprobleme und, Rauchwirtschaft", die wieder die großenUnterschiede zu unseren heutigen Wohnvorstellungen nachweisen und die bis zurRauchnutzung, Torffeuerung und Brennholzversorgung hinführen.
Da die Studie von einer ,, umfänglichen Ausstellung gleichen Themas" im MuseumCloppenburg begleitet wird, umfaßt ihr weiterer Hauptteil einen„ Katalog“ zu denwichtigsten Herdeinrichtungen und Herdgeräten mit 16 Sachkapiteln und einemsiedlungsarchäologischen Exkurs dazu, die jeweils diese Gegenstände allgemeinumschreiben und katalogmäßig einzeln vorführen. Alte Interieuraufnahmen des Heimat-forschers Heinrich Jaspers( 1888-1956) und treffliche Sachfotos oder Zeichnungen zujeder Nummer ergänzen sie bestens. Wieder treten auch da die Unterschiede desHallenhauses gegenüber dem Rauchstubenhaus deutlich hervor. Umso größer naturge-mäß unser Interesse für sehr alte Gemeinsamkeiten und für Dinge wie Wiem undWendebaum, Feuerbock, Feuerzange, Hahle und Kesselhaken, Dreifuß, Bratröste,Pfanne und Pfannenhalter, Topf- und Kesselformen oder auch für den beiderseitsunentbehrlichen„ Salzkasten". Seit Rudolf Meringer, Mathias Murko, Viktor Geramb,Arthur Haberlandt u. a. dazu viel Material eingebracht haben, es manche profundevergleichende Untersuchungen und Monographien zu derlei Dingen gibt und man auchneuestens von München aus wieder Gewicht auf solche Sachzeugen legt, steht dieseslebensnahe Thema eigentlich virulent im Raum. Hermann Kaiser beschränkte sichklugerweise auf sein Museum und seine Landschaft im nordwestlichen Niedersachsen,aber er liefert dazu einen materialreichen und überaus dankenswerten Beitrag, der unsbesonders nützlich und nachhaltig erscheint.
Oskar Moser
Joachim Hähnel( Bearb.), Hauskundliche Bibliographie, Band 5: Spanienund Portugal 1961-1975(= Beiträge zur Hausforschung, im Auftrag desArbeitskreises für Hausforschung, hrsg. v. Joachim Hähnel). Arbeitskreis fürHausforschung- Münster 1980, 158 Seiten.
Joachim Hähnel( Bearb.), Hauskundliche Bibliographie, Band 6/7: Frank-reich I/ II 1961-1975(= Beiträge zur Hausforschung, im Auftr. d. Arbeitskreisesfür Hausforschung, hrsg. v. Joachim Hähnel), Arbeitskreis für Hausforschung-Münster 1980, 295+275 Seiten.
Gwyn I. Meirion- Jones, La Maison Traditionelle: bibliographie del'architecture vernaculaire en France, compilée et redigée par Gwyn I.Meirion- Jones, Centre National de la Recherche Scientifique: Centre de Docu-mentation Sciences Humaines- Paris 1978, 121 Seiten, illustr., 1 Karte.
Für die vergleichende Haus- und Siedlungsforschung gab es bislang kaum eineMöglichkeit, sich über Arbeitslage und Forschungsergebnisse der Hausgeographie,Architekturgeschichte oder über die diesbezüglichen ethnosoziologischen Arbeiten inden romanischen Ländern Westeuropas rasch zu informieren, zumal es dort einevolkskundliche Hausforschung in unserem Sinne kaum oder erst in allerjüngster Zeitgibt, und zwar, wie es scheint, noch am ehesten in Portugal.
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