hat nun auch ein Vorwort ,, Georg Schreiber und sein Werk" beigesteuert, das dieLeistung dieses Weinbuches in das Gesamtwerk Schreibers einzugliedern versucht. Manwird ihm dafür dankbar sein.
Das Buch selbst mit seinen 28 Kapiteln, von denen jedes mehrere Unterabschnittemit eigenem Titel aufweist, bringt ungemein viel zu dem Gesamtthema, verständlicher-weise immer mit besonderem Bezug auf die ganz unterschiedlichen geistlichen, religiö-sen, kultischen Beziehungen. Mitunter scheint die Bebilderung allein schon anzudeuten,daß das ganze Werk eine Art von großen Kommentar zu der vortrefflichen Monographievon Alois Thomas„ Die Darstellung Christi in der Kelter" bedeutet, ein Buch, dasSchreiber selbst einst, 1936, als Heft 20/21 der von ihm gegründeten ,, Forschungen zurVolkskunde" herausgebracht hat. Wieviel an weiteren Erkenntnissen auch allein aufeinem solchen Spezialgebiet dazugekommen ist, also beispielsweise die ganze Reihe derVeröffentlichungen von A. Weckwerth, geht am ehesten aus dem mit besonderemFleiß gearbeiteten Literaturverzeichnis hervor. Es ist sehr nützlich, weil man sich dieseLiteratur sonst in dem reich gegliederten Werk doch im Anhang jedes Kapitels, auchjedes Unterabschnittes, suchen muß. Die Bebilderung, an sich lobenswert reich, ist nichtso gut aufgeschlüsselt. Die Abbildungen sind nicht numeriert und leider auch nicht ineinem eigenen Abbildungsverzeichnis zusammengestellt, bei dessen Anlage die Heraus-geber vielleicht auch einzelne Fehler in den Bildbeschriftungen hätten feststellen können.Sonst ist ja an Registern erfreulicherweise nicht gespart.
Man bleibt also zu Dank verpflichtet, daß dieses Werk nun endlich vorliegt. Manliest es vielleicht, wie so manche Bücher von Georg Schreiber, wie das Werk einesungemein kenntnisreichen Liebhabers, mit dem man sich immer weiter unterhalten kann,weil er kürzere, sagen wir lokale, landschaftliche Fäden sehr wohl zu größerenGespinsten zu verspinnen verstand. Das ergibt gar nicht selten Zusammenhänge, dieVertreter von Einzeldisziplinen, sagen wir der Siedlungs- und Hausforschung, kaumschon beobachtet hatten. Hinweise, die vielfach menschlich- menschenfreundlich wirken.Wenn man das dem Band beigegebene Altersbild des Prälaten betrachtet, mag mansolche Züge durchaus herauslesen. Das Buch ist also unter vielem anderen wohl auch einDenkmal geworden.
Leopold Schmidt
Helene Grünn, Volkstracht in und um Baden(= Niederösterreichische Volks-kunde, Band 12). 112 Seiten, mit teilw. farbigen Abb., Zeichnungen im Text.Verlag des Nö. Heimatwerkes, Wien 1980.
Als Geschenk an ihre jubilierende Heimatstadt Baden und aus der Gegenüberstel-lung eines schönen Bestandes originaler Trachtenzeichnungen( von M. F. Rotter,Ludmilla Tatzgern, Johannes Mayerhofer und Edeltraut Trabitsch) mit den heute wiederin Schwung gekommenen erneuerten Trachten ist diese methodisch gut gearbeitete undvorzüglich ausgestattete Monographie über die Volkstracht in und um Baden entstanden.Ein Stück Gegenwartsvolkskunde also, die Helene Grünn seit jeher angezogen und dersie bereits in einer Reihe von Publikationen( z. B.„ Die Pecher",„ Faßbinder, Faẞbo-den", zuletzt ,, Wäsche waschen“) gehuldigt hat. Volkskundliche Gegenwart, das kannfür eine Schülerin von L. Schmidt nur heißen überlieferte Vergangenheit, der sie bis zuden noch erkennbaren Grundformen ,, Hängetracht" und ,, Wickeltracht" nachgeht. Aber
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