Jahrgang 
84 (1981) / N.S. 35
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mitunter anekdotisch gewürzten Texte dazu verfaßt. Bei der Betrachtung der Bilderdenkt man sich so wie öfter, wieviel doch an guten Bauten niedergerissen wurde, die gutund gern hätten stehenbleiben können, und wieviele unerfreuliche Bauten im vorigen,aber auch noch in diesem Jahrhundert an die Stelle alter Tortürme und Kapellen gesetztwurden. Die alten Bilder machen aber nicht nur dies deutlich, sondern zeigen auchbäuerliches Haus, gesellschaftliches Leben, nicht zuletzt die Wandlungen des Liesertalesdurch die verschiedenen Straßenbauten auf. Namentlich für die Geschichte der örtlichenFeste und Vereine liefert das Bändchen so manches gute alte Bild.

Leopold Schmidt

Harry Kühnel( Hg.), Klösterliche Sachkultur des Spätmittelalters.Internationaler Kongreẞ Krems an der Donau 18. bis 21. September 1978(= Veröffentlichungen des Instituts für mittelalterliche Realienkunde Österreichs,Br. 3) 380 Seiten, 57 Abb. auf Tafeln. Wien 1980. Verlag der ÖsterreichischenAkademie der Wissenschaften. ÖS 588,-

Vor zehn Jahren wurde das Institut für mittelalterliche Realienkunde von derPhilosophisch- Historischen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaftengegründet. Mit seinem Sitz in Krems, unter der Direktion des dortigen StadtarchivarsProf. Dr. Harry Kühnel, hat es sich vorzüglich entwickelt, die, Realienkunde" ist zueinem Ergänzungsfach der verschiedensten Disziplinen geworden, die man sich aus demGesamt unserer kulturhistorischen Forschungen kaum mehr wegdenken mag.

Das Institut hält alle zwei Jahre Kongresse ab, die ihrer ganzen Art nach überÖsterreich hinauszielen. Die Zahl der ausländischen Vortragenden ist meist größer alsdie der einheimischen. Die Vorträge dieser Kongresse werden allmählich auch inSammelbänden veröffentlicht, was für ihre Auswirkung sehr wichtig erscheint. Als ersterderartiger Band erschien 1976,, Die Funktion der schriftlichen Quelle in der Sachkultur-forschung", als zweiter 1978 Das Leben in der Stadt des Spätmittelalters", undnunmehr 1980 der Band über die Klösterliche Sachkultur des Spätmittelalters". DieBände ergänzen einander wechselseitig, und man kann sich vorstellen, daß künftigeKongresse weitere derartige Generalthemen durchbesprechen werden, vom Bergbau biszum Bauern- und Hirtenwesen, von den Sachgütern der Jagd zu jenen des Fischfanges,und was alles hierhergehören mag.

Der vorliegende Band enthält 18 Beiträge, größtenteils von vorzüglichen Kennern,unter denen Harry Kühnel, Gerhard Jaritz( Zur Sachkultur österreichischer Klösterim Spätmittelalter), Floridus Röhrig( Die materielle Kultur des ChorherrenstiftesKlosterneuburg unter besonderer Berücksichtigung der Aussage von Rechnungsbü-chern), Kurt Holter( Der Einfluß der Melker Reform auf das klösterliche Buchwesen inÖsterreich) und Richard Pittioni( Zisterziensische Sachkultur am Beispiel archäologi-scher Funde aus der Abtei Heiligenkreuz bei Baden, NO.) besonders hervorgehobenwerden sollen. Die Sachkultur der Benediktiner- und besonders der Zisterzienserklösterwird auch in vielen anderen Beiträgen behandelt( Reinhard Schneider, Ivan Hla-vaček, Géza Erszegi), aber auch Frauenklöster werden eingehend behandelt( Ernest Persoons, Horst Appuhn). Der an sich wichtige Beitrag von Appuhn überdie ,, Möbel des hohen und späten Mittelalters in den ehemaligen Frauenklöstern umLüneburg" kommt sehr spät, mehr als zwanzig Jahre nach der Auffindung dieser vielen

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