Jahrgang 
84 (1981) / N.S. 35
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beachtetes Kapitel nimmt der Einsatz von Hunden sowohl in der Land- als auch in derWaldwirtschaft ein. Man erfährt über die spezielle Bespannung und die entsprechendenHundewagerl. Nach der Darlegung der Grundkonstruktion des vierrädrigen Wagenswerden die verschiedenen Wagentypen und darunter auch die zur Ausfahrt benütztenLuxusfahrzeuge( Zeiserlwagen, Landauer etc.) behandelt. Sehr bemerkenswert ist derGesichtspunkt, der die Wagengröße in Relation zu den Zugtieren setzt. Ein statistischerVergleich zwischen 1930 und 1966 zeigt bei einem annähernd gleichbleibendenPferdebestand einen starken Rückgang der Zugochsen und die enorme Zunahme vonTraktoren. Es ist selbstverständlich, daß diese Entwicklung Einfluß auf den Fahrzeugbe-stand und auf die Anspannung nimmt, die ebenfalls in einem eigenen Kapitel behandeltwird. Selbst die Tierrufe werden nicht vergessen. Bei den Nutzgeräten sind künstlerischeGestaltungen und Verzierungen selten. Diese Gestaltungselemente bilden die Überlei-tung zum Wagner- und Schmiedehandwerk, die durch das Vordringen des Traktorseinem besonders starken Strukturwandel unterworfen sind. Die fabriksmäßige Erzeu-gung führt auch zu einer starken Vereinheitlichung des Gerätebestandes.

Der zweite Band ist der Dokumentation vorbehalten. Es handelt sich dabei umeinen alphabetischen Katalog sämtlicher besprochener Geräte mit allen technischenDetails. Bockhorn hat sich hiefür ein Grundmuster zurechtgelegt: 1. Name, 2. regionaleBezeichnung, 3. Hersteller, 4. Form, 5. Verwendung, 6. Verbreitung, 7. Art des Zuges,8. bis wann in Gebrauch und wodurch ersetzt, 9. Hinweis auf Zeichnungen bzw. aufFotos. An den Katalog schließen nämlich in einem eigenen Abschnitt die technischenZeichnungen mit vielen Detailaufmessungen und Maßangaben an und dazu noch 148Fotos, so daß fast alle Geräte auch bildlich dargestellt werden. Mit dieser Dokumentationwird dem Geräteforscher ein Lexikon in die Hand gegeben, das über das Mühlviertelhinaus für jede weitere Untersuchung der Transportmittel ein unentbehrliches Handbuchdarstellt. Bockhorn liefert mit seiner Arbeit nämlich nicht nur die Voraussetzung, welchedie einzelnen Geräte nun als Indikator der jeweiligen Struktur erkennen läßt- womit erdie Geräte in den Sammlungen erst zum ,, Sprechen bringt"-, sondern er legt mit seinerStudie ein Modell vor, nach dem entsprechende Arbeiten für weitere überschaubareRegionen durchgeführt werden sollten, um auf diese Weise einen Gesamtüberblick überdie Transportgeräte Österreichs zu erhalten. Eine vorbildliche volkskundliche Arbeit,der man eine weite Verbreitung wünscht.

Franz Grieshofer

Viktor von Geramb, Kinder- und Hausmärchen aus der Steiermark. 5.Aufl. Bearbeitet von Karl Haiding. 300 Seiten, mit Bilderschmuck von EmmySinger- Hießleitner. Graz 1980, Leykam- Verlag.

Karl Haiding, Österreichs Märchenschatz. Mit Illustrationen von Hedwig ZumTobel und einem Anhang. 448 Seiten. Wien 1980, Verlag Kremayr& Scheriau.

Die Neuauflagen von zwei guten, sehr geschätzten Sammlungen, über deren ersteund weitere Auflagen hier schon mehrfach berichtet wurde. Beide Bücher sind von KarlHaiding für diese neuesten Auflagen durchgesehen, erweitert, in den Anmerkungenverbessert worden, so daß jeweils der letzte Stand der Forschung den schönenTextausgaben mitgegeben wurde.

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