einem Schrifttumsverzeichnis( 69 f.) diesen Ansprüchen entgegenkommt. Nachzutragenwäre allenfalls A. Cammann, Die Welt der niederdeutschen Kinderspiele. Bleckede( Elbe) 1973; U. Baader, Kinderspiele und Spiellieder. I, Untersuchungen in württem-bergischen Gemeinden, II, Materialien: Kinderspiellieder und Abzählreime. Tübingen1979. Haiding- Gaẞ sehen das Büchlein ,, als Grundlage einer bodenständigenSpielpflege" mit der Absicht auf Anleiten und Weiterführen aus der durch denWander-( Wohn- und) Spielanlagen( Plätze, Zeiten, Gruppen) sich ergebenden Verände-rungen aus der„ heimatlichen Überlieferung" als die„ beste Grundlage" für Jugendspiele( Vorwort). Drei ,, Wiegenlieder" bilden den Anfang. Scherz- und Kosespiele( Finger-sprüche in Fülle) führen weiter über die einfachen Spielzeuge aus der Natur( Käfer,Blumen) zu den vielfältigen Gemeinschaftsspielen, zu Schnellsprechübungen, Auszähl-reimen, zu Tanz-, Lauf- und Kampfspielen, zu denen mit Bällen mannigfachsterAnordnung und Regeln, zu ihrer besonderen Verbreitung. Ratespiele u.ä. beschließendie Auswahl.
Aus den Anmerkungen über Verbreitung und frühe Quellen, Zeitstufen derEntwicklung und Beliebtheit nicht nur für„ Kinder", sondern sehr oft dokumentiert als,, Erwachsenen"-Spiele ergibt sich doch der Wunsch, es möge sich eine sprachenkundigeForscherpersönlichkeit oder-gruppe finden, dieses für Niederösterreich freundlichzusammengestellte Material zu vergleichen mit dem Großstädtischen von Wien, Grazusw. und mit dem noch reichlich Verhandenen im„ Ländlichen" unserer Heimat.
Leopold Kretzenbacher
Olaf Bockhorn, Wagen und Schlitten im Mühlviertel. 2 Bde., Linz,Selbstverlag des Oberösterreichischen Musealvereins, Landstraße 31, 1973 und1978. Bd. I: Darstellung. V, 234 S.; Bd. II: Dokumentation. 81 S., 47 Fig., 32 Taf.( Beiträge zur Landeskunde von Oberösterreich, Historische Reihe I/ 2 und 1/3),S 280,-.
Das vom Autor sorgfältig erstellte Literaturverzeichnis zeigt mit aller Deutlichkeit,daẞ volkskundliche Untersuchungen über Transportgeräte in Österreich sehr selten sind.Neben einigen generellen Arbeiten über den bäuerlichen Gerätebestand sind hiereigentlich nur die Publikationen von Hanns Koren und Karl Haiding zu nennen.Während Koren mit den altertümlichen Schlitten bzw. den Jochformen einzelne Objektein ihrer Verbreitung innerhalb einer größeren Landschaft untersucht, gibt Haiding einenÜberblick über die verschiedenen gebräuchlichen Fahrzeuge des Ennstales.
Die vorliegende Arbeit, die als Dissertation bei Károly Gaál eingereicht und vomOberösterreichischen Musealverein dankenswerterweise in seine Schriftenreihe aufge-nommen wurde, knüpft hier exemplarisch an. Olaf Bockhorn, der bereits in einerdorfmonographischen Untersuchung über Wolfau, Burgenland, Zugang zu diesemThema fand, entscheidet sich aus methodischen und ökonomischen Überlegungenebenfalls für ein überschaubares Gebiet, das Mühlviertel. Für die Erfassung sämtlicherlandschaftsgebundener Fahrzeuge scheint ihm nämlich die Feldforschung als unerläßlich.In den Museen findet sich zwar das eine oder andere Fahrzeug, doch sucht manvergeblich nach Spezialsammlungen, die die gesamte Variationsbreite der Transportge-räte von der einfachen Trage bis zum komplizierten Wagen vorweisen könnten.Außerdem entziehen sich die Geräte in den Sammlungen weitgehend einer funktionellen
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