Die ungarische Volkskunst.( Mit Tamás Hofer). Budapest 1976. 111Seiten, 520 Tafeln.
Leinenstickereien. Budapest 1976. 90 Seiten, 30 Abb., 50 Tafeln.
Klára K. Csilléry
Österreichische Volkskundetagung in Feldkirch( 27. 9.- 1. 10. 1980)
Nach mehreren Jahren Unterbrechung führte der Österreichische Fachverband fürVolkskunde unter dem Vorsitzenden Univ.- Prof. Dr. Karl Ilg( Vorstand des Institutesfür Volkskunde an der Universität Innsbruck) in der Zeit vom 27. 9. bis 1. 10. 1980 inFeldkirch, Vorarlberg, die Österreichische Volkskundetagung durch. Das Generalthemader Tagung wurde bereits bei der letztjährigen Generalversammlung des Fachverbandesam 19. 10. 1979 in St. Pölten beschlossen und lautete:„ Gegenwärtige Problemeder Hausforschung in Österreich.“ Der Vorstand des Fachverbandesverfolgte mit dieser Tagung mehrere Ziele: Einerseits sollte nach vielen Jahren eineBestandaufnahme der gegenwärtigen Situation und der Probleme der wissenschaftlichenHausforschung in Österreich und den angrenzenden Nachbarländern Bayern undSchweiz durchgeführt werden, andererseits sollten anläßlich dieser Tagung Volkskundlerund Architekten zu gemeinsamer Zusammenarbeit und Standortbestimmung zusammen-geführt werden. Und so wurden erstmals auch Architekten und Baufachleute bzw.-sachverständige zur Volkskundetagung des Österreichischen Fachverbandes für Volks-kunde geladen. Bei den gegenwärtigen Problemen der Hausforschung ging es also inerster Linie darum, eine Verbindung zu jenen Aufgaben zu finden, mit denen sich dieArchitekten befassen. Umgekehrt sollte den Architekten der Standpunkt der Volks-kunde vor Augen geführt und die Möglichkeiten der tradierten Bauweise für dieVerwirklichung in der Zukunft erörtert werden. In sachlich- konstruktiven Diskussionenund Meinungsäußerungen zwischen den Vertretern des Faches Volkskunde und denArchitekten wurden die Schwierigkeiten und Probleme behandelt, die die Ursachebilden, daß die volkstümliche Hauslandschaft in der Gegenwart vielfach so starkeEinbußen erleidet. Volkskundler und Architekten waren sich in ihren grundlegendenArgumenten und Gegenargumenten einig.
Als maßgebliche Gründe für die heutigen Bausünden wurden u. a. der übereiltetechnische Fortschritt und in dessen Folge der Druck der Bauindustrie, der Fertigteil-und Flieẞbandkonstruktionen, die mangelnde bzw. in der Regel fehlende Einflußnahmeder späteren Bewohner bzw. Besitzer auf die Baugestaltung der Wohnblocks bzw. derSiedlungsbauten ganz allgemein, der weitverbreitete alpenländische Einheitsbaustil beimEinfamilienhaus über die Hotels, von den Bankgebäuden bis zu den Großgaragen usf.,genannt. Diese alpenländische Stil- Diktatur wurde vor allem von Architektenkreisen, imbesonderen von Arch. Mag. Roland Gnaiger, Bregenz, kritisch beurteilt. DieMöglichkeiten der gewünschten und erforderlichen Zusammenarbeit zwischen Volks-kundlern und Architekten wurden erwogen. Die Volkskundler sollten so wie bisher dieMerkmale der überlieferten und bewährten volkstümlichen Bauformen aufzeigen,künftig aber noch viel stärker auch die Gründe herausarbeiten, die zur großartigenVielfalt der österreichischen Haus- und Hoflandschaft geführt haben. Fragen der
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