Jahrgang 
84 (1981) / N.S. 35
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aufweisen, und auf welchen Flugblattdrucken aus welchen Druckereiensie kamen; die Lichterprozession jedoch, die bei der gleichen Kircheüblich ist, geht vielleicht doch erst auf das Vorbild von Lourdes zurück,obwohl man die Fäden zu allen Lichterbräuchen der Antike und desMittelalters auch nicht übersehen möchte²).

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Es gibt also dieses ungeheuer große Gebiet, aber es fällt schwer, eseinigermaßen verständlich abzustecken. Man ist immer wieder ver-sucht, einen Querschnitt zu geben, der wenigstens alle wesentlichenFaktoren aufzeigen soll, um die von verschiedenen Ausgangspunktenher Fragenden mit Stoff der Anschauung, mit Stoff zum Nachdenkenüber diese Art der Bewältigung einer zweifellos heterogenen Vielfalt,die aber doch weitgehend als Ganzheit empfunden wird, zu versorgen.Wobei man unter Umständen noch befürchten muß, mit einem Hinweisauf eine solche Ganzheit falsch eingereiht zu werden. Aber jedesWort, jede Begriffsbestimmung, jede Nomenklatur kann gelegentlichauch ein Modeausdruck sein. An ihnen, an ihrer jeweiligen Beliebtheitoder Unbeliebtheit darf man das Fach Volkskunde genauso wenigmessen wie jedes andere Fach.

Es ist auffällig, daß der junge Mensch, der sich dem Fach nähert,zunächst eher von dieser Vielfalt angezogen wird, als daß ihn Einzelfra-gen mit ihren unvermeidlichen Definitionsschwierigkeiten plagen wür-den. Der Student, ganz allgemein gefaßt, spürt, wenn er dafür geeignetist, irgendwann einmal beispielsweise das Phänomen der Dörferseitwärts in der Stille" und beschließt in sich, Erklärungen dafür zuerwerben. Für den Großstädter ist es nicht selten der Gang durch einVolkskundemuseum, dessen Bestände das Bild oder vielleicht auch dieBilder einer ,, Kultur vermitteln, die sich von der geläufigen Gegen-wartszivilisation abzuheben scheint. Bei entsprechender Aufnahmefä-higkeit werden freilich Verbindungen spürbar, klingen Assoziationenan: Solche bemalte Möbel, wie sie hier im Museum stehen, hat wohlfast niemand in seiner Wohnung; aber Andachtsbilder, Gnadenbildko-pien, die im Museum in einem Raum ,, Religiöse Volkskunst gezeigtwerden, die hat doch die Großmutter auch gehabt. Sogar der Nachhalleines Wallfahrerliedes will sich einstellen, die Großmutter hat erzählt,daß man dieses Lied immer bei der Rückkehr in die Stadt gesungenhaben, und der Vater schmunzelt dabei allerdings und macht in

2) Leopold Schmidt, Volksglaube und Volksbrauch. Gestalten, Gebilde,Gebärden. Berlin 1966. S. 19 ff.( Lebendiges Licht im Volksbrauch und VolksglaubenMitteleuropas.)

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