vorwiegend Holz bearbeiten, aber auch Stein, Ton und Metall. Es ist dies eine re-präsentative Auswahl aus insgesamt zirka 150 Schöpfern dieser Art, die Jeřábekbei seiner Forschung in den letzten Jahren auf tschechischem Gebiet fand. Einigevon ihnen knüpfen an die traditionelle Volksplastik an, andere gehören eher inden Bereich der Naiven Kunst, wieder andere orientieren sich an der stilechtenprofessionellen Kunst und lassen sich durch sie inspirieren. Die Zusammenhängemit der traditionellen Volkskunst treten am meisten im östlichen Bereich dertschechischen Ethnik, in Mähren, der sogenannten Mährischen Walachei und inSchlesien hervor. Die Gestalter sind größtenteils Landwirte, Arbeiter, aber auchLehrer und Angestellte. Die Thematik ihrer künstlerischen Äußerungen reichtvon Jugenderinnerungen, religiösen Denkanstößen, Volkssitten, Trachten und Sa-gengestalten bis zu Figuren der Arbeitswelt, Geschichte und Literatur.
Die Verdienste der Monographie Jeřábeks beruhen darauf, daß er den heutigenStand des Schaffens der nichtprofessionellen Schöpfer von Plastiken untersuchteund Vergleiche mit der gesamten gegenwärtigen tschechischen bildnerischenKunst anstellte.
Zusammenfassend kann man sagen, daß sich dieses Schaffen zwischen mehre-ren Polen bewegt: zwischen der älteren Volkstradition, der Naiven Kunst undprofessionellen Einflüssen.
Die einzelnen Künstler stellt Jeřábek durch Photos ihrer typischen Werke vor,dazu kommen kurze biographische Angaben und eine Charakterisierung der be-deutendsten Merkmale und Bereiche ihres Werkes. Jeřábek hält kritische Di-stanz, beurteilt die Werke ohne Sentimentalität und ordnet sie in ein gesellschaft-liches und kulturelles System ein. Es ist nur zu bedauern, daß das Volumen derEdition begrenzt ist; die umfangreiche Monographie zeigt die großen Kenntnissedes Autors und würde größeren Raum verdienen.
Oldřich Sirovátka, Brünn
Tache Papahagi, Grai, Folklor Etnografie. Ediţie şi prefaţă de Valeriu Rusu.Editura Minerva, Bukarest 1981. XIV, 738 S. 49 Abb.
Der umfangreiche Band enthält neben Vorlesungen des berühmten Sprachwis-senschaftlers und Volkskundlers Papahagi verschiedene, verstreut erschieneneund heute meist kaum mehr erreichbare Texte und Übersetzungen. Der erste Teilbeschäftigt sich mit der Terminologie verschiedener Gegenstände der Sachvolks-kunde und bringt dazu auch Abbildungen im Text, Ergebnisse von Forschungendes Autors aus dem Jahre 1927. Hier handelt es sich zunächst um die nordrumäni-sche Landschaft Maramuresch, deren geistiger Volkskultur der zweite Teil gewid-met ist( S. 79-390). Im Unterschied zu anderen Sammlungen hat Papahagi seinenTexten wissenschaftlich fundierte Einleitungen vorausgestellt, in denen auch ver-gleichende Beobachtungen zu anderen, teilweise in der Volkskunde verwandtenRäumen mitgeteilt werden; so zum Beispiel werden Beziehungen zur Forschungvon Max Leopold Wagner„ Das ländliche Leben Sardiniens im Spiegel derSprache" hergestellt. Zu den Texten der Balladen und Volkserzählungen bringtder Autor ein 25 Seiten umfassendes Glossar, zu einzelnen Erscheinungen derVolksmusik teilt er auch die Noten mit. Instruktiv sind daneben die Photo-
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