ziertem Rückenbrett gestaltetes Wandgefäß, und seine reiche und bemerkenswer-te Sammlung von Wetzsteinkumpfen( furl. codârs). Im übrigen sind Küchengerä-te, das Kupfer- und Zinngeschirr, Messing- und Bronzekessel hier ebenso gründ-lich und kenntnisreich besprochen wie die große Sachgruppe aus Schmiedeeisenmit der hervorragenden Sammlung von Großfeuerböcken( furl. cjavedâls), dieGortani als„ trionfa" und charakteristisches Objekt der karnischen Küche be-zeichnet.
Ein breites Kapitel behandelt ferner das bäuerliche Arbeitsgerät, dem ur-sprünglich wegen des kargen und geringen Ackerbodens Pflug und Egge fehlten.Wieder ist es ein Wahrzeichen dieses Gebirgslandes, wenn der früher bei denFrauen unvermeidliche Rückentragkorb( furl. zei) in seinen formalen und Grö-Benunterschieden genau beschrieben und von anderen Korbtypen abgesetzt wird.Erwähnenswert sind ferner vier- und einbeinige Melkschemel auf den Alpen unddie Geräte der Heuarbeit samt den eigentümlichen Transportschlitten( Abb. 14auf S. 498) sowie die durchaus eigenständigen Formen hölzerner, verzierter Schel-lenbogen( furl. cjànive) und die wichtigen Geräte der Käserei. Eine kurze Dar-stellung Gortanis befaßt sich mit dem heimischen Handwerk und Wanderhandel.Darauf folgt ein besonders interessantes abschließendes Kapitel, in dem er diewichtigsten Eigentümlichkeiten und Besonderheiten der Volkskultur in Karniennoch einmal herausstellt und in ihrer ethnologischen Bedeutung bespricht.
Mit seinem umfangreichen und durchwegs gut ausgestatteten Bildanhang wirdman Gortanis Museumswerk in der vergleichenden Volkskunde Mitteleuropasund vor allem des Alpen- Adriaraumes hinfort nicht mehr übergehen können, wiedenn auch das Museo Carnico in Tolmezzo selbst eines der reichsten und sorgfäl-tig aufgeschlossenen volkskundlichen Museen im Alpenbogen Italiens genanntwerden muß.
Oskar Moser
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Edith Hörandner, Model. Geschnitzte Formen für Lebkuchen, Spekulatius undSpringerle. Aufnahmen von Michael Heß. Callwey Verlag München 1982.220 S., 339 Abb. a. Taf., 41 Fig. i. T.Eine sachgemäße Rezension des vorliegenden Prachtwerkes dieses Epithetonsowohl auf hyle als auch morphe, also auf Materie und äußere Aufmachung bezo-gen ist eine einerseits dankbare, andererseits schwierige Aufgabe. Dankbar,weil man als Rezensent davon mindestens ebensoviel profitiert wie die anderenzukünftigen Leser, schwierig, weil man, um dem Opus gerecht zu werden, es Sei-te für Seite, Abbildung für Abbildung vorstellen, ja wörtlich zitieren müßte. InAnbetracht dieser Aporie muß mit einer generellen Würdigung unter Berücksich-tigung einiger weniger Einzelheiten sowie denn beim dritten Verse stech' icheinzelner Wermutstropfen vorlieb genommen werden, die in den Metbecherum bei einem verwandten Stoff zu bleiben fallen.
Derlei spärliche Bitternisse sind freilich„ nur“ sprachlicher Art, aber nichtsde-stoweniger gerade in Anbetracht der fachlichen Schulung, die der Verfasserin unddem Rezensenten zuteil geworden ist, anzukreiden. So wird der Unterschied zwi-schen ,, sicher und„, sicherlich" nicht immer beachtet; der adversative Miẞbrauchvon„, während“ ist zwar heutzutage üblich, jedoch trotzdem falsch. Die sprach-
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