Südtirol sowie von einigen Wallfahrtsorten Italiens( Madonna del Monte bei Ce-sena) vertreten sind. Als deren Standort oder Besitzer wird fallweise auch dasÖsterreichische Museum für Volkskunde in Wien oder das„ Tiroler Landesmu-seum für Volkskunde"( gemeint ist vermutlich wohl das„ Tiroler Volkskunstmu-seum" und nicht das Landesmuseum Ferdinandeum!) angeführt.
Besonders hervorheben möchte man die Sachlichkeit und meist auch die Ein-läßlichkeit bei der Beschreibung der Bildinhalte. Eine ganze Reihe sonst selten zufindender Wiedergaben solcher Bilddenkmäler sei besonders hervorgehoben,z. B. Oberwarngau- Allerheiligen( S. 15), Mühlberg bei Waging( S. 17), St. Kolo-man zu Hochstätt in Schwaben( S. 20), eine vortridentinische Dreifaltigkeit mitden drei Tiara tragenden göttlichen Personen aus Weihenlinden/ Obb. aus demGermanischen Nationalmuseum Nürnberg( S. 28), der verunglückte„ Schöff- Zug"1764 vor Braunau am Inn( S. 30), eine Votivtafel vom Sonntagberg/ NÖ.( S. 39),die Wiltener Tafel von 1487( S. 48), ein italienisches, noch dem Stifterbild nahe-stehendes Bilddenkmal von 1460 aus Madonna del Monte bei Cesena( Italien),zahlreiche durch ihre drastische Realistik hervortretende Votivtafeln aus Ober-und Niederbayern, ein„ Jedermannsbild von 1760" aus Stuhlfelden im salzburgi-schen Pinzgau und nicht zuletzt vorne zur Einbegleitung, aus Wiener Privatbesitzstammend, das hübsche Atelierbild des Altausseer„ Marterlmalers" Josef Haier( 1816-1891).
Wie in einer ganzen Reihe von Tafelwerken über das volkstümliche Votivbildwird damit auch hier der Imagerieforschung und religiösen Volkskunde manchesWichtige geboten, das zu dem medizinhistorischen Grundthema dieses Buches er-gänzend hinzutritt. Es enthält auch eine nach Kapiteln gegliederte, wenngleichverkürzte Bibliographie mit etlichen seltenen alten Buchtiteln. Als ausgesproche-nem Sachbuch möchte man ihm jedoch auch ein Namen- und Sachregister drin-gend wünschen.
Oskar Moser
Walter Scherf, Lexikon der Zaubermärchen.( Kröners Taschenbuchausgabe), Al-fred- Kröner- Verlag, Stuttgart 1982.
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XXI, 538 S.
Scherf hat sich durch eine Reihe einschlägiger Publikationen als Fachmann imBereich der Volksliteratur- Forschung ausgewiesen. Hier hat er nun klug und mu-tig den Versuch unternommen, in Form eines Lexikons Einführungen in eine Rei-he von Zaubermärchen- 74 entstammen den KHM, je 6 Bechstein und Perrault,die restlichen 37 Themen verschiedenen Quellen- zu vermitteln. Freunde undInteressenten des Buch- und teilweise auch des Kunstmärchens werden gern da-nach greifen und daraus Gewinn ziehen.
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Mit einer gewissen Verblüffung stellt man freilich zunächst fest, daß jenesWerk, das der Eigenart des vorliegenden Lexikons in seinem einführenden Cha-rakter am nächsten kommt Friedrich von der Leyens„ Das deutsche Märchenund die Brüder Grimm"( Düsseldorf, 1964)- nicht erwähnt wird und daß der Na-me von der Leyen im sonst sehr genauen und ausführlichen( 36 Spalten umfassen-den)„ Register der Personen" nicht aufscheint.
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