Westen, Halstücher, Gürtel, Kopfbedeckungen. Dann die„ gemeinsamen Klei-dungsstücke der Männer und Frauen“: Oberbekleidung, Handschuhe, Strümpfe,Kniebänder, Schuhwerk und abschließend Kinderbekleidung.
Dann folgt der eigentliche Hauptteil: Von etwa 30 Kirchspielen Süd-, Nord-und Westestlands sowie der Inseln werden nun die Trachten präsentiert. Eine far-bige Zeichnung zeigt zwei oder drei Personen aus der jeweiligen Gegend, danachwerden die Trachtenteile beschrieben und in Details auf Farb- und Schwarzweiß-fotos abgebildet; man kann also Strick-, Stick- und Webmuster und die Schmuck-stücke genau erkennen.
Die Objekte stammen übrigens aus den Sammlungen des Staatlichen Ethnogra-phiemuseums der Estnischen SSR, ebenso die Fotos und Zeichnungen, die Datenkommen aus dem Archiv des Museums, aus Fragebögen und aus dem Fr.- R.-Kreutzwald- Literaturmuseum der AdW der Estnischen SSR.
Diesem„ Hauptband“ über die estnischen Volkstrachten sind nun in estnischerSprache ein Band von Mari Sumera mit Anleitungen und Schnittmustern zum Nä-hen der Trachten und eine Mappe mit den Strick-, Stick- und Webmustern, zu-sammengestellt von Melanie Kaarma, beigefügt.
Die Autorinnen haben es sich mit diesem Unternehmen nicht leicht gemacht,und der Verlag hat das Buch so gut ausgestattet, daß das Durchstudieren Infor-mation und Lesevergnügen zugleich bietet. Es bleibt zu hoffen und zu wünschen,daß dieses Beispiel Nachahmer findet.
Barbara Mersich
Boris Kuhar( Hg.), Noša narodov in narodnosti jugoslavije. National Costumes ofthe Nations and Nationalities of Jugoslavia( Engl. Zusammenfassung). Vodnikpo razstavi. Ljubljana, Slovenski etnografski Muzej, 1982. 51 Seiten, 32 Abb.Das Slowenische Ethnographische Museum zeigt 1982 in Laibach eine Ausstel-lung der National- und Nationalitätentrachten Jugoslawiens in Zusammenarbeitmit den Museen der anderen Republiken und autonomen Provinzen.
Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts konnte man an der Kleidungnoch die Bewohner einer bestimmten Region und auch eines bestimmten Standeserkennen; die Vielfalt der Elemente hatte also durchaus unterscheidenden Cha-rakter.
Verschiedenste Einflüsse sozialer, religiöser und ökonomischer Art bewirkteneine ständige Weiterentwicklung und Veränderung, andererseits finden auch Spu-ren griechischer, byzantinischer und türkischer Kultur in den Trachten von Koso-vo, Serbien, Makedonien, Bosnien und Herzegowina ihren Niederschlag; in Kroa-tien, der Vojvodina und Slowenien merkt man die Lage in Mitteleuropa.Volkskundler aus den Museen der einzelnen Republiken bearbeiteten auch mitergänzendem Bildmaterial die Ausstellung und den Katalog.
Barbara Mersich
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