Jahrgang 
85 (1982) / N.S. 36
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der Feder des verstorbenen E. Maierhofer( Jesendorf) über den Abbau in denTonlagern um Kröning bringt interessante Hinweise auf die Vorkommen des fürdie Kröninger Hafner so wertvollen Rohstoffs. Ergänzend hiezu schiene es abernicht uninteressant, Proben solcher Tone einer eingehenden petrographischenUntersuchung zuzuführen, was vielleicht sogar für ein Absetzen der als Hauptthe-ma besprochenen Ofenkacheln und Modeln aus der Salzburger Strobl- Werkstattaufschlußreich sein könnte. Ich bin zwar nicht darüber informiert, ob man die ausdieser Werkstatt stammenden Objekte auch auf ihre Materialzusammensetzungschon überprüft hat, man könnte sich aber vorstellen, daß eine solche Untersu-chung u. U. eine gewisse Hilfe für die Herkunftsbestimmung solcher Objekte seinkönnte. Vor allem dann, wenn für die Kröninger Tone eine andere Entstehungnachzuweisen wäre als für jene des Salzburger Alpenvorlandes. Der von F. Mark-miller festgestellte Nachweis von 4 Kacheln und 1 Modelbruchstück mit der In-schrift ,, RS. 1642" im Museum Dingolfing und der hiedurch gegebene Zusammen-hang mit der Strobl- Werkstatt in Salzburg könnte vielleicht durch Materialprüfun-gen noch weiter unterstützt werden. Die im Anschluß an solche bayerisch- salzbur-gische Beziehungen angedeuteten Hinweise zum Kröninger Geschirrhandel erhal-ten durch das Fundmaterial aus Stadt und Land Salzburg sehr konkrete Ergänzun-gen, wie aus den Aufsammlungen von Frau N. Wattek auf dem Mönchsberg undvon H. Adler in Lofer hervorgeht.- Den in der Vilsbiburger Ausstellung verei-nigten Kachel- und Modelbestand beschreibt L. Grasmann unterstützt von VIIITafeln, auf denen die wichtigsten Objekte dargestellt sind. Leider sind die auf derRückseite der Tafeln angebrachten Inventarnummern links/ rechts vertauscht wor-den.- Den Herren F. Markmiller und L. Grasmann, den Hauptvertretern derKröninger Keramikforschung, wird man für alle ihre Initiativen und aufschlußrei-chen Forschungsergebnisse dankbar sein müssen. Hoffentlich regen sie eine glei-che Aktivität in Oberösterreich und Salzburg an. Der Gegenstand würde es wohlverdienen.

Richard Pittioni

Melanie Kaarma, Aino Voolmaa: Eesti rahvarõivad

Estonian Folk Costu-

mes, Estnische Volkstrachten) Tallinn, Eesti Raamat", 1981, 461 S., zahlr.Skizzen und Abbildungen.

Mari Sumera: Rahvarõivaste valmistamisjuhend. Tallinn Eesti Raamat"1981, 166 S. zahlr. Sizzen.

Melanie Kaarma: Mustrilehed. Tallinn Eesti Raamat 1981.

Estland, heute Sowjetrepublik, hatte in der Vergangenheit durchaus seine eige-ne Geschichte. Die sprachliche Nähe zu Finnland- das Estnische gehört zu denfinno- ugrischen Sprachen- und die kulturellen, religiösen und Handelsbeziehun-gen über den Deutschen Ritterorden zum Baltikum, nicht zuletzt das benachbarteRußland drückten dem Land ihre Stempel auf. Auch die Schweden, die seit demEnde des 13. Jahrhunderts an den Küstenstreifen lebten, hinterließen Spuren aufden Inseln Estlands und dem Norden und Westen des Landes. Durch eine Ver-quickung dieser verschiedenen Elemente und gegenseitigen Kulturaustausch er-fuhren z. B. die Trachten eine Weiterentwicklung und Sicherung ihres Bestandes.So gehört zu den vielen gemeinsamen Zügen mit der Kleidung der baltischen Völ-ker ein tunikaartiges Hemd, ein viereckiges Umschlagtuch und der um die Hüften

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