Diese, dem Andenken an den bekannten Straubinger Lokalforscher Josef Keimgewidmete Veröffentlichung beschäftigt sich mit einem umfangreichen,1912-1914 gesammelten und 1965 noch ergänzten Fundbestand aus einem Werk-stattbruch vor dem„ Nidern Tor" im Ostrandbereich der Stadt. Einleitend hiezubringt W. Schäfer einen historischen Überblick über die Hafner der Stadt. Wennauch vor allem lokalhistorisch interessant, so enthalten seine Ausführungen dochauch verschiedentlich Hinweise von überregionaler Bedeutung, wobei besondersauf die Vorschrift der Hafnerordnung aus 1470 zu verweisen ist, wonach die Haf-ner auf den Gefäßen neben dem Stadtzeichen auch ihr eigenes Zeichen anzubrin-gen hätten. Eine Begründung für diese Verordnung wird nicht gegeben, man wirdsie aber vielleicht in Parallele zu den Töpfermarken der Passauer Hafner sehendürfen. Das umfangreiche Fundgut wird von W. Endres nach Gruppen gegliedertbesprochen und hiebei besonders technologische Beobachtungen in den Vorder-grund gerückt. Das ist umso wertvoller, als ja solche Einzelheiten noch viel zu we-nig von der Keramikforschung beachtet worden sind. Auf alles näher einzugehenwürde zu weit führen, aber die reichen Reste an figural verzierten Kachelbruch-stücken müssen doch eigens hervorgehoben werden. Und da dürfte es eine ganzseltene Ausnahme sein, wenn Kachelmotive mit solchen auf Kleinkupferstichen ineine direkte Vergleichsbeziehung gesetzt werden können.- Die besten Stückedes Fundbestandes werden auf 74 Fotos festgehalten( in dem mir freundlicherwei-se vom Verfasser übermittelten Exemplar fehlen leider die Fotos 43-46), die Ty-pen hingegen sind in Profilzeichnungen auf 8 Tafeln zusammengestellt, womiteine gute Vergleichsbasis für weitere Materialien geboten wird. W. Endres hat si-cher recht, wenn er das Topfrandstück Nr. 40( Tafel 4) als nicht dem Gesamt-fundbestand zugehörig anspricht: es handelt sich zweifellos um den Rest einesKröninger Topfes mit„ Kompositrand" des 18. Jahrhunderts. Der Fundbestandvom ,, Nidern Tor" ist in die Zeit zwischen 1560 und 1570 zu stellen, ihm folgtchronologisch der zweite wichtige Aufschluß vom„ Parkhaus West", den W. End-res gleichfalls für die Veröffentlichung bearbeitet. Damit werden dann zwei Kom-plexe vorliegen, von denen man schon heute sagen kann, daß sie zu den Eckstei-nen der süddeutschen Keramikforschung im Rahmen der frühen Neuzeit gehörenwerden. Man wird jedenfalls diese zweite Veröffentlichung schon jetzt mit gro-Bem Interesse erwarten dürfen.
Richard Pittioni
Ofenkachel und Model aus dem Kröninger Umfeld des 17. bis 19. Jahrhunderts.Der Storchenturm, Geschichtsblätter für die Landkreise um Dingolfing, Land-au und Vilsbiburg. Sonderheft 5, herausgegeben von Fritz Markmiller. 16º.48 Seiten mit 1 Abbildung im Text und VIII Tafeln, Dingolfing 1982.Nachdem F. Markmiller bereits das Heft 31 des„ Storchenturm" der weiterenErforschung der Kröninger Manufakturen gewidmet hatte( Vgl. ÖZV 85 1982151 f.), wird nun im vorliegenden 5. Sonderheft im Verfolgen der Kröninger Pro-blematik noch weiter ausgegriffen. Zum Kröninger Problem selbst hat R. Hallernoch einige urkundliche Belege für den Nachweis solcher Keramik aus dem Baye-rischen Wald vorgelegt, die bis in das frühe 19. Jh. reichen. An sich chronologischfür die Kröninger Produktion bedeutungsvoll, sagen sie aber nichts darüber aus,mit welchen Farben diese späten Stücke versehen waren. Ein zweiter Beitrag aus
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