Jahrgang 
85 (1982) / N.S. 36
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Beigabe einer entsprechenden Übersichtskarte und eines Ortsregisters empfohlen.Wieweit in der Erfassung und Behandlung der einzelnen Sachgruppen Ausgewo-genheit und Vollständigkeit erreicht werden konnten, das läßt sich nicht ganz leichtfeststellen. Begrüßen wird man jedenfalls die Aufnahme und z. T. erstmalige Her-einnahme des populären Bilderwesens, angefangen von der nicht unbedeutendenfiguralen Hausmalerei besonders in den alpen- und karstnahen Gebieten( S.64-78) und ebenso von der für Slowenien besonders charakteristischen Bienen-brett- Imagerie( S. 86-92) über die reiche religiöse Volkskunst( S. 94–102) bis zurmodernen populären Graphik( S. 332-347), einem Sachgebiet, das auch dem Ver-fasser wohl näherstand. Kenner der Materie dürften jedoch auch für Spezielleresdankbar sein, das hier auch meist wohl erstmalig dargestellt oder zusammengefaßtwird. So wären jedenfalls zu notieren: die Eisenkunst einiger Oberkrainer Werk-stätten an den schönen Fenstervergitterungen( S. 40-46), die eingehende Behand-lung der verschiedenen volkstümlichen Möbel Sloweniens( S. 155-209), Keramikund Irdenware( S. 221-235), Schmuck und Trachtenbeiwerk( S. 288-322), Stockund Stab( S. 325-329), die landschaftlich verschiedenen Arten von Deckengehän-gen( S. 380-382), die österlichen Weihkorbdecken( ,, velikonočni prtici)( S.367-369) und die reiche Kunst der Ostereier( pisanice)( S. 369-375) in Slowe-nien.

Bei der Fülle des meist auch bildlich gut Dargebotenen ist es leider nicht mög-lich, hier auf Einzelheiten überhaupt einzugehen. Vieles wäre ja gerade aus derSicht der unmittelbar benachbarten Überlieferungen in Österreich, namentlich inKärnten und Steiermark, dazu zu sagen. Allerdings geht auch der Autor selbst inseiner Betrachtungsweise kaum auf solche weiterführende Ausblicke der Volks-kunde ein. Kulturgeographische oder kulturgeschichtliche Zusammenhänge inner-halb Sloweniens werden fallweise kurz gestreift, nirgends aber über die Grenzendes Landes hinaus weitergeführt. Herkunftsfragen oder Probleme vergleichbarer,sich oft unmittelbar aufdrängender Sachverhalte, die wichtigen Probleme um dieeigentlichen Hersteller vieler dieser Dinge werden nur selten berührt und die dochentscheidende Tatsache, daß diese alle ihr Vorhandensein letztlich ja bestimmtenäußeren und inneren Anstößen und Motivationen, Funktionen, Bindungen undSinngebungen seitens ihrer vormaligen Besitzer verdanken, alles das bleibt beiMakarovič ganz außer Betracht.

Das Buch muß freilich auch als ein erstes und dazu umfassendes, in seiner Ex-aktheit der Nachweise und Beschreibungen sicher verdienstvolles und bleibendesHauptwerk über die Volkskunst in Slowenien, vor allem auch zu deren Bestands-erfassung und Inventarisation beurteilt werden. Als solches wird es gewiß für lan-ge Zeit ein äußerst nützliches und wertvolles, leicht benützbares Nachschlagewerkdarstellen, das in jedem Fall die außergewöhnliche musisch- künstlerische Bega-bung des slowenischen Volkes in großer Breite offenlegt, auch wenn wir glauben,daß hier so manches aus diesem breiten künstlerischen Fundus noch gar nicht mit-erfaßt worden ist.Oskar Moser

Werner Endres, Straubinger Renaissance- Keramik einer Hafnerwerkstätte Vormnidern Tor", mit einem Beitrag von Werner Schäfer, Straubinger Hafnerei inder frühen Neuzeit. Beiheft zum Jahresbericht des Historischen Vereins fürStraubing und Umgebung, 83. Jahrgang, 1981. 8°. 88 Seiten mit 74 Abbildun-gen und 8 Tafeln, Straubing 1982.

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