Jahrgang 
85 (1982) / N.S. 36
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über Die Probleme der traditionellen menschlichen Traggeräte auf der Balkan-halbinsel und in den Karpaten( S. 9) feststellt: Wir können getrost behaupten,daß das konservativste Element der Gegend der Weg ist. Völker und Siedlungenverschwinden, die Wege bleiben aber erhalten."

Bei der Fülle des eingebrachten Materials können hier nur wenige Einzelrefera-te angeführt werden, weil sie wichtige Vergleichsgrundlagen ergeben, wie etwadie Betrachtungen des Esten Ants Viires( S. 33-36) über die Altersschichten vonAstschleifen, Gabelschleifen und Gestellschlitten an den Osträndern Mitteleuro-pas oder über die verschiedenen Wagentypen und ihre eigenartige Zwischenposi-tion zwischen den alten Bauernkulturen von West-,( Mittel-) und Osteuropa"( S. 36). Unter den gerätemonographischen Arbeiten seien ebenso vermerkt dieÜbersicht von Attila Paládi- Kovács über Water carring Yokes in the Carpathianbasin"( S. 85-92) und die Untersuchungen von Nikolay Kolev über den Wagenmit seitlichen Stemmleisten( Leuchsen/ Lissen) in Nordbulgarien( S. 93-100) undvon László Keszi- Kovács über denselben im Karpatenbecken( S. 107-116), beideReferate enthalten auch wertvolles terminologisches und wortvergleichendes Ma-terial. Sándor Bodó versucht, einen Überblick über die Jochformen in Mitteleu-ropa" für die Rinderbespannung zu geben; seine Übersichtskarte zur Verbreitungvon Joch und Jar( em)" geht allerdings völlig fehl, was den Raum am OstrandeÖsterreichs bzw. in Nordjugoslawien betrifft, auch vermißt man im Literaturver-zeichnis grundlegend wichtige Titel von W. Mörgeli, W. Jacobeit und H. Koren.Dagegen erscheint Bodós Zusammenstellung von Einzeljochen im Anschluß anseine ausführliche Untersuchung von 1969 für Ungarn sehr nützlich. Außerhalbder Länder des östlichen Mitteleuropa liegen Beobachtungen Alexander Fentonsüber Tragstock, Saumsattel und verschiedene Formen altertümlicher Stangen-schleifen und deren Verwendung in Nord- Schottland( S. 25-32). Künftige For-schungen zum überlieferten Transportwesen oder über Transportgeräte werdenjedenfalls diese überaus nützliche Sammelschrift zu den entsprechenden Trans-portpraktiken in den Ländern des östlichen Mitteleuropa schwerlich entbehrenkönnen.

Oskar Moser

Gorazd Makarovič, Slovenska ljudska umetnost. Zgodovina likovne umetnosti nakmetijah. Državna založba Slovenije Ljubljana 1981, 429 Seiten, 641 z. T.farbige Abbildungen( english Summary).

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An mehr und weniger gelungenen Darstellungen und Bildbänden über Werkeregionaler oder nationaler Volkskunst besteht heute kaum ein Mangel. Eine Aus-nahme dürfte darin aus mehrfachen Gründen der vorliegende und stattliche Bandüber Die slowenische Volkskunst Eine Geschichte der bildenden Kunst aufden Bauernhöfen machen. Seit den ausgreifenden Bemühungen von A. Sič( 1919-1923), J. Karlovšek( 1935-1939) oder O. Grebenc( um 1940), die das un-verkennbare und reiche Volkskunsterbe des slowenischen Volkes zunächst nochzeichnerisch und rein formal zu erfassen suchten, hat man in Slowenien und na-mentlich in den dortigen Museen dessen Studium in unzähligen Einzeluntersu-chungen und fallweise auch in konzentrierter Sachforschung vorangetrieben. Esfehlte jedoch bisher an einer entsprechenden zusammenfassenden Gesamtüber-

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