Jahrgang 
85 (1982) / N.S. 36
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Carlo Gozzi hat achtzig Jahre danach dieses Märchen dramati-siert. Der Dichter, dessen Turandot Weltberühmtheit erreichthat und der noch eine ganze Serie von Märchen auf die Bühnebrachte, ist wohl der einzige Schriftsteller, der eine Erzählungvon Sarnelli verwertet hat. Da er die meisten seiner Stoffe ausdem Werk Basiles geschöpft hat, ist leicht zu verstehen, daß erauch an die Posilecheata geraten ist. Bei Gozzi heißt das Mär-chen ,, L'augellin bel verde"( das schöne grüne Vögelchen), undes errang einen starken Erfolg.

Was bei unserm sehr gedrängten Überblick nicht zur Sprachegekommen ist: auch in der Erzählung von der betrogenen Betrü-gerin und in das darin verschachtelte Märchen von den Geschik-ken der Zwillinge bringt Sarnelli nochmals als blinde Motive mitSeitengeschichten, die für das Märchen als solches nicht wichtigsind, jedoch lokale Gegebenheiten( Posilippo, Vesuvio usw.)teils sagenhaft, teils mythisch ins Spiel bringen.

Einzelne Details lassen den Schluß zu, daß wie schon beimMärchen von der in der Einsamkeit ausgesetzten Frau- Perraultdie Geschichten Sarnellis gekannt haben muß. Freilich braucht essich dabei nicht um eine unmittelbare Kenntnis gehandelt haben,doch macht es auch die bisher meist bestrittene Vermutung, Per-rault hätte Basiles Cunti gelesen, annehmbarer.

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Auch im vierten Märchen handelt es sich um das Schicksaleines Zwillingspärchens. In diesem Falle wird die Heldin von ih-rer Schwägerin verfolgt, indem diese ihr heimlich Schlangeneiereinflöẞt, worauf im Bauch der armen Cecca Schlangen wachsen.Ihr Bruder hält sie für schwanger und setzt sie in der Wildnis aus.Durch ein altes Bauernrezept man muß den Kopf in einenMilchtrog halten, weil die Schlangen den Geruch von Milch nichtvertragen wird das Mädchen geheilt und von einem Kaufmanngeheiratet. Eine Fee, die in Gestalt einer Eidechse auftritt, rätspäter Cecca weiter, und so werden die böse Schwägerin und ihreHelferin bestraft und die Freundschaft zwischen den Geschwi-stern wird wiederhergestellt. Hier ist es ein Bronzepferd, das dieVerbindung zu einem Denkmal aus Neapel herstellt.

Im letzten Märchen endlich wird der Geiz als das häßlichste al-ler Laster dargestellt. Am Ufer eines Flusses sitzen vier Feen,welche Nunziella, die Tochter einer überaus geizigen Frau auf dieProbe stellen wollen, weil sie gehört haben, daß die Tochter daswahre Gegenstück zu ihrer Mutter bilde. Als Nunziella allein da-

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