Jahrgang 
85 (1982) / N.S. 36
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Emma des 1849 geborenen Karl Luiff, die etwa um 1895 vomVater die Geschichte gehört hat. Später hat er sich an den ihmüberlieferten Verlauf gehalten. Frau Anna Franz, geboren1907, hörte in ihrer bäuerlichen Wohnung die Sage vermutlich et-wa um 1935 in der ursprünglichen Fassung, war davon entwedernicht so beeindruckt wie ihre Tochter oder hat durch die wach-senden städtischen Einflüsse in Pinkafeld zu viele neue Eindrük-ke empfangen, die Älteres überdecken. Ihre Tochter Anna, ge-boren 1926, verehelichte Karner, lebt in dörflichen Verhältnis-sen, hat die Sage mit etwa neun Jahren in sich aufgenommen undam getreuesten im Gedächtnis bewahrt. Die jüngste Gewährsfrauund die jüngste Bandaufnahme weichen demnach von der ur-sprünglichen Sagenfassung am wenigsten ab.

Räumlich und inhaltlich stehen zwei Sagen aus dem nieder-Österreichischen Waldviertel der Geschichte von dem PinkafelderZiegelteich am nächsten. Unweit der Burg Schauenstein wurdeerzählt, daß zwei Bauern einmal in den Kamp gingen, um Krebsezu fangen. Sie hatten auch schon einen ganzen Sack voll undwollten, weil es schon finster wurde, damit heimgehen. Da hör-ten sie aus einem Tümpel am anderen Ufer das Flusses, auch,, Schwarze Lacken" genannt, eine helle Stimme rufen: Zacherl,wo bist du?" Darauf ließ sich ganz nahe vom Bauern eine schau-derhaft anzuhörende Stimme vernehmen, die antwortete: Dabin ich!" Gleich darauf kroch ein großer Krebs aus dem Sack undsprang ins Wasser. Die beiden Bauern entsetzten sich so, daß sieden Krebssack wegwarfen und Hals über Kopf davonliefen.6)

Ganz ähnlich lautet die Geschichte von dem Wassertümpel beiWolfsbach, die Schwarze Lacke genannt. Hier fing einmal einerKrebse. Es war schon stark dämmerig, als er sich mit einem Sackvoll auf den Heimweg machte. Kaum war er einige Schritte gegan-gen, als er vom Tümpel her eine krächzende Stimme hörte, dierief: Kracherl(?), wo bist du?" Darauf antwortete ein Krebs ausdem Sack: ,, Da, im Sack d'rin, hol' mi!" Dem Krebsfänger wurdedie Geschichte unheimlich, er warf den Sack weg und lief soschnell er konnte heim. Als er am nächsten Morgen in aller Frühenach dem Sack suchte, war dieser nirgends mehr zu sehen. 7)-Kießling gibt dazu an, daß man diese Krebssagen an verschiede-nen Orten erzählen höre. Sie werde auch als heiterer Streich be-richtet, was für die Geläufigkeit spricht. Zwei Kameraden einesdamals bekannten Krebsenfängers schreckten ihn auf diese Weise,als er spät abends mit einem Sack Krebsen heimging.

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