Jahrgang 
85 (1982) / N.S. 36
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Eine burgenländische Sage

vom Herrn der Fische

Von Karl Haiding

( Mit 1 Abbildung)

Vor gut einem Vierteljahrhundert erzählte die damals sechs-undsechzigjährige Frau Emma Luiff in Pinkafeld beim Federn-schleißen¹) zur Erheiterung der geselligen Runde folgende Ge-schichte( ò offenes o, ån= nasaliert aun):

Schneeglecka'l san ma brocka' gångan. Und hiaz hòt mein Vò-ta uns erzählt: Gehts nur auẞi, durt drauẞt is da Racha'l! hòt ag'sògg. ,, Und wenn ar enk siacht, nòchha fliagt ar enk nòch!drauẞn is' s vawunsch'n, in' Loamgròbm entn!"

Nån und hiaz hòt ar uns erzählt, wia- r- a is' gånga im Loam-gròbm, hòt a gsògg: Dort entn is a hintn drein, wia ma' gångasein und hòt òllweil g'schrian: Juk- nenanee, juk- nenanee, juk-nenanee!" Und hòt da ane hòt g'schrian: Da Racha'l stecktin Sacka'l, da Racha'l steckt im Sacka'l!" Und da åndare hòt wie-da ång'fångt:, Juk- juk- nenanee!" Und hòt a gsògg, san mahòlt davon g'lafn, und wia ma herausdn wòr'n is' s wieda voribag'wen.

( Dabei steigerte die Erzählerin zunehmend ihre Stimmstärke,das zweite, Juk- nenanee" klang schon viel lauter, beim drittenMal wurde es geschrien. Nach einer ganz kurzen Schnaufpausewiederholte sie zur Verdeutlichung noch einmal die Geschichte.)

Da Racha'l hòt g'schrian und der åndare hòt g'schrian, da Teu-fel, net. Nån, sògg a, sògg a, wòrts nur, wånn a eink nòchfliagg,hòt a gsògg, werds schon g'sehgn, weil der Wòld is eb'm va-wunschn, hòt a gsògg. geht's net richti zui, hòt a gsògg. Wia

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