sammenhang damit auch auf den Totentanz zu sprechen. Er beschreibt die wich-tigsten rituellen Tänze und soweit sich das an älteren Zitaten, Reiseberichten
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oder Vorführungen vor Potentaten belegen läßt- ihre Geschichte.
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Die Namen der bedeutendsten Tänze für uns hier ohne Bedeutung, da un-übersetzbar- klingen auch noch in den neueren Liedern an, wie auch in manchenBalladen von ihnen die Rede ist. Freilich handelt es sich oft um Sammelbegriffe,da der jeweilige Tanz wieder in zahlreichen Varianten ausgeführt werden kann.Ein eigenes Kapitel ist den Tanzmelodien gewidmet. Es bildet eine gute Ergän-zung zu der Anthologie von Schallplatten mit Volksliedern und Volkstänzen, diedas Bukarester Volkskunde- Institut vor mehr als einem Jahrzehnt herausgegebenhat. Man erfährt hier auch Details über die Verbreitung verschiedener Musikin-strumente und ihre Rolle in einzelnen Landschaften und Tänzen.
Ebenso erfährt das Tanzlied an Hand von Texten eine besondere Würdigung,während das letzte Kapitel den Bogen vom Volkstanz zu den volkstümlichen,heute oft in Virtuosität überschlagenden Kunsttänzen einzelner Tanzgruppen zuschlagen versucht.
Bîrleas Reserve gegenüber manchen neuen Entwicklungen scheinen zweifellosjedem Kenner balkanischer„ Folklore" berechtigt. Die verschiedenen Gründe die-ser Krise sind leicht zu erkennen, jedoch nicht mehr zu eliminieren.
Es wäre zu wünschen, daß dieses Buch auch in deutscher Sprache zugänglichgemacht werden könnte.
Felix Karlinger
Alfred Cammann
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Alfred Karasek, Volkserzählungen der Karpatendeut-schen Slowakei, Teil 2(= Schriftenreihe der Kommission für ostdeutscheVolkskunde, Bd. 25). 465 Seiten mit 63 Abbildungen. Marburg 1981. N. G. El-wert Verlag. DM 36,-.
Die in der Rezension des 1. Teils( ÖZV XXXV/ 85, 1982, Heft 1) ausgespro-chene Erwartung, der 2. Band würde wohl in Bälde vorliegen, wurde noch vorErscheinen der Besprechung erfüllt.
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Das Buch beginnt mit einer Wiedergabe von Erzählungen aus Tscherman( Čer-many- leider sind die slowakischen Ortsnamen in der Folge nie angegeben, wasdie Benützbarkeit des Gesamtwerkes wesentlich erleichtert hätte). Dieser Ab-schnitt schließt mit einem kurzen Literaturverzeichnis; eine umfangreiche Biblio-graphie war schon im 1. Teil enthalten. Danach folgen, jeweils nach der alphabe-tischen Abfolge der Belegorte gegliedert, die Kapitel: Sage und Spuk Samm-lung Karasek u. a.; Sage und Spuk Sammlung Cammann u. a.( das„ Erzähl-repertoire" einzelner Gemeinden wäre zweifelsohne besser zum Ausdruck gekom-men, wenn man- wie bei den anderen Kapiteln auch auf diese Trennung nachden beiden Hauptsammlungen verzichtet hätte); Schicksalsgeschichten; Schwankund Spaß; Dorfgeschichten; Lebensgeschichten( womit Erzählerbiographien ge-meint sind).
Erika Lindig hat abermals ein übersichtliches Motiv- und Sachregister zusam-mengestellt( ergänzend sei hier vermerkt, daß sie jüngst auch zu früher erschiene-
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