Jahrgang 
85 (1982) / N.S. 36
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sowie der zahlenmäßige Anteil von Unglücksfällen entsprechen dem anderweitigbekannten Material.

Die in einem eigenen Bildteil dargebotenen sehr zahlreichen Abbildungen las-sen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig, obschon sie auf den ersten Blick re-lativ klein dünken. Beispielhaft ist die genaue Angabe der Lage nach bewährten,hier löblichen militärischen( natürlich auch sonst üblichen) Gepflogenheiten. Dieanfänglich ungewohnten Abkürzungen bekommt man bald in den Griff.

Aus der Fülle der Informationen nur ein kleines Florilegium:

Die so interessanten Schleifrillen kommen mehrfach vor. Berücksichtigt unddaher unübersehbar sind die Auswirkungen auf die Flurnamen. Formal bestehtweitgehend Ähnlichkeit mit dem österreichischen Bestand, wenngleich selbstver-ständlich auch Varianten auffallen( z. B. Stücke mit Nische oder durchbrochenemScheibenkreuz, die wir aus anderen Gegenden Deutschlands kennen). Das gleichegilt für Exemplare mit Kleeblattkreuzen, die erfreulicherweise meist durch Datie-rung einer relativ späten Epoche zuzuordnen sind, wie zu erwarten; gleicherma-Ben die doch wohl ebenso trinitarisch zu interpretierenden Formen mit Lippen anden Enden der Kreuzarme. Überhaupt sind die späten Stücke( bis zum Beginndes 19. Jh.) wichtig und aufschlußreich, die rein formal zu einer Klassifikation un-ter dem suspekten Terminus archaisch verführen könnten( verdienstlicherweisesetzt sich der Autor auch mit diesem problematischen Ausdruck sachlich ausein-ander).

Das Problem der Einbeziehung ursprünglich freistehender Flurdenkmale in denum sich greifenden Bereich einer Siedlung besteht wie bei uns. Auch beim Auf-treten von Steinkreuznestern" erhebt sich die Frage nach dem ursprünglichenStandort ganz wie bei anderen Formen der Kulthäufung und sekundärenAufstellung.

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Die wie gesagt guten Abbildungen lassen zur Freude der Realien- und Sach-volkskundler Werkzeuge und Waffen deutlich erkennen.

Das reiche Literatur- und Ortsregister rundet das vorliegende Opus zu einerschätzbaren Bereicherung der Steinkreuzliteratur ab.

Emil Schneeweis

Der Storchenturm, Geschichtsblätter für die Landkreise um Dingolfing, Landauund Vilsbiburg, herausgegeben von Fritz Markmiller. 16. Jahrgang, Heft 31,kl. 8°. 150 Seiten mit zahlreichen Abbildungen im Text, Eigenverlag F. Mark-miller, Dingolfing 1981.

Fritz Markmiller verdient unseren besonderen Dank dafür, daß er ein ganzesHeft der Geschichtsblätter der Erforschung der neuzeitlichen Keramik in Ober-bayern gewidmet hat. Dadurch kam eine imponierende Gesamtleistung zustande,die nicht bloß für das engere Arbeitsgebiet, sondern- und dies vielleicht ineinem noch höheren Maße- für die umgebenden Nachbarbereiche von grundle-gender Bedeutung ist. Die Reihe der Beiträge beginnt F. Markmiller selbst miteiner Überprüfung der Frage nach der Datierung der Kröninger Hafnerordnungvon 1428 mit dem Ergebnis einer Zuweisung zum 7. August d. J. Wenn er dabeiu. a. auf die Notwendigkeit interdisziplinärer Zusammenarbeit in der Keramik-

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